Orale Phase: Die Welt mit dem Mund entdecken

Der fünf Monate alte Noah befindet sich seit kurzem in der oralen Phase: Alles, was er in die Hand nimmt, wandert kurz darauf in seinen Mund. Doch warum tut er das eigentlich? Und was sollten Eltern in dieser Entwicklungsphase beachten?

In der oralen Phase nimmt Ihr Baby alles in den Mund.

In der oralen Phase werden alle Spielsachen mit dem Mund untersucht. Foto: Hemera, Thinkstock

Vielleicht haben Sie bei Ihrem Säugling schon etwas Ähnliches festgestellt, wie die Eltern des kleinen Noah. In den ersten Lebensmonaten kann Ihr Baby seine Arme und Beine noch nicht gut koordinieren. Mit etwa drei Monaten jedoch sind die meisten Babys in der Lage, Dinge mit ihren Händen zu greifen. Kurze Zeit danach wird Ihr Kleines damit beginnen, alles in den Mund zu stecken, was es in der Hand hält. In der Regel erreicht diese sogenannte orale Phase um den fünfmonatigen Geburtstag seinen Höhepunkt.

In den nächsten Monaten werden Sie nun beobachten können, wie die meisten Sachen auf Erkundungstour in den Mund Ihres Babys wandern. Zunächst hält Ihr Baby die Dinge in der Faust. Gegen Ende des ersten Lebensjahres wird es jedoch immer geschickter und kann nun auch kleinere Gegenstände zwischen Daumen und Zeigefinger greifen und in den Mund stecken. Nach und nach wird das orale Erkunden immer mehr durch blosses Untersuchen mit den Fingern oder anschauen abgelöst. In seltenen Fällen kann jedoch sogar ein vierjähriges Kind noch bei besonders faszinierenden Gegenständen die Erkundung mit dem Mund bevorzugen.

Warum geht alles in den Mund

Doch woher kommt dieser Drang des Babys, die Welt mit dem Mund zu erkunden? Babys lernen die Eigenschaften verschiedener Dinge am besten kennen, indem sie sich diese in den Mund stecken und mit den Zungen- und Lippenmuskeln untersuchen. Nirgendwo sonst im Körper gibt es auf so kleinem Raum so viele Nervenenden, die Ihrem Baby dabei helfen, die Beschaffenheit von Dingen herauszufinden. In der oralen Phase sind Zunge und Lippen die Sinnesorgane, die schon am weitesten entwickelt sind und über die Ihr Baby die meiste Kontrolle hat.

Sicher durch die orale Phase

Für Ihr Baby ist es also ungeheuer wichtig, dass es sich die Welt über den Mund erschliesst. Sie als Eltern können die orale Phase Ihres Kindes unterstützen, indem Sie Ihrem Baby eine sichere Umgebung bieten, in der es seine Spielsachen genüsslich mit der Zunge betasten und schmecken kann. Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, das Mundeln zu unterbinden.

Ist Ihr Baby noch nicht mobil, ist es selbstverständlich noch einfacher darauf zu achten, dass es sich nichts Gefährliches in den Mund steckt. Ihr Säugling wird viel Spass dabei haben, die verschiedensten Spielsachen mit dem Mund zu untersuchen. Dazu gehören nicht nur Spielsachen im eigentlichen Sinn, sondern beispielsweise auch Küchengeräte. Je unterschiedlicher sich die verschiedenen Materialien anfühlen, umso faszinierender wird es für Ihren kleinen Entdecker sein und je mehr kann er dabei über seine Umgebung lernen. Stellen Sie nur sicher, dass die Spielsachen oder Gegenstände keine spitzen Kanten oder Ecken enthalten, an denen sich Ihr Baby eventuell im Mund verletzen kann.

Wenn sich Ihr Baby dann selbst fortbewegen kann, müssen Sie sehr aufpassen, dass sich keine kleinen Gegenstände in Reichweite Ihres Kindes befinden. Nicht umsonst befinden sich auf Spielsachen für grössere Kinder Warnhinweise, dass das Spielzeug verschluckbare Kleinteile enthält. Denn wenn sich Ihr Baby etwas in den Mund steckt, das zu klein ist, besteht Erstickungsgefahr. Dies gilt natürlich nicht nur für Spielsachen von grösseren Geschwistern, die sich vielleicht im Haus befinden, sondern auch für alle anderen kleineren Gegenstände. Alles, was Ihr Baby ganz in den Mund nehmen kann, ist zu klein für Ihr Kind.

Auch giftige Substanzen wie Reinigungsmittel oder Tabletten gehören selbstverständlich nicht in die Hände und erst recht nicht in den Mund Ihres Babys. Dies gilt beispielsweise auch für Alkohol, Zigaretten oder die Katzentoilette, wenn Sie eine Katze haben.

Ein bisschen Schmutz schadet nicht

Wenn sich Ihr Kleines ständig Sachen in den Mund schiebt, haben Sie sich wahrscheinlich schon Gedanken gemacht, ob Sie einiges aus hygienischen Gründen unterbinden sollten. Hierbei können Sie jedoch relativ entspannt sein. Zwar sollten die Spielsachen sauber sein, sterilisieren müssen Sie die Dinge für die orale Phase aber nicht. Im Gegenteil: Für das Immunsystem Ihres Babys ist es sehr wichtig, dass es auch mit etwas Dreck in Berührung kommt. So machen Wissenschaftler beispielsweise die zunehmend sterile Umgebung von kleinen Kindern unter anderem für einen Anstieg von Allergien im Kindesalter verantwortlich. Auch eine Handvoll Sand schadet nicht. Ihr Baby wird schnell genug feststellen, dass es nicht wirklich gut schmeckt. Im Sandkasten sollten Sie jedoch darauf achten, dass Hunde und Katzen diesen nicht als ihre Toilette benutzen, da sonst die Gefahr einer Wurmerkrankung besteht.

Nicht immer orale Phase

Nicht immer liegt es jedoch an der oralen Phase, wenn sich Ihr Baby alles in den Mund steckt. Ist Ihr Baby gerade mit Zahnen beschäftigt, kann es auch sein, dass es auf allen Dingen herumkaut. Dies kann sich wohltuend auf das schmerzende Zahnfleisch auswirken. Meist sabbern Säuglinge in der Zeit auch noch besonders viel. Jetzt hilft Ihrem Kind besonders ein gekühlter Beissring.

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