Eklampsie: lebensgefährliche Erkrankung während der Schwangerschaft

Die Eklampsie ist ein Alptraum für jede schwangere Mutter. Die Schwangerschaftskomplikation mit krampfartigen Anfällen bedroht ihr Leben und das des ungeborenen Babys. Eine Behandlung auf der Intensivstation ist notwendig.

Eine Eklampsie kann lebensgefährlich sein.

Um eine Eklampsie bereits in der Vorstufe zu erkennen, wird bei jeder Untersuchung in der Schwangerschaft der Blutdruck gemessen. Foto: Piotr Adamowicz, iStock, Thinkstock

Die Eklampsie wird im Volksmund auch als «Schwangerschaftsvergiftung» bezeichnet, obwohl es sich keinesfalls um eine Vergiftung im herkömmlichen Sinne handelt. Häufig spricht man auch von einer «Gestose», dies ist jedoch nur ein Oberbegriff für schwangerschaftsbedingte Erkrankungen unterschiedlicher Art. An einer Eklampsie kann eine Frau nur in der Schwangerschaft erkranken, in Einzelfällen ist eine Eklampsie nach Geburt auch möglich. Am häufigsten tritt diese schwangerschaftsbedingte Erkrankung im letzten Schwangerschaftsdrittel auf. Betroffen sind vor allem Erstgebärende und Frauen mit Mehrlingsschwangerschaften. Diabetes oder Fettleibigkeit stellen weitere Risikofaktoren dar.

Symptome der Eklampsie

Eklampsie geht in aller Regel nicht ohne Vorzeichen einher. Zuerst tritt eine Präeklampsie auf. Sie zeichnet sich durch Wassereinlagerungen, hohe Eiweissausscheidungswerte im Urin und erhöhten Blutdruck bei der werdenden Mutter aus. Die eigentliche Erkrankung selbst ist gekennzeichnet durch Krampfanfälle, die bis zur Bewusstlosigkeit der Patientin führen können. Die Vorzeichen einer Eklampsie sind zusätzlich Kopfschmerzen, Augenflimmern und oftmals Übelkeit und Erbrechen sowie neurologische Beschwerden. In besonders schweren Fällen kann es schon in diesem Stadium zu einem Leber- und Nierenversagen kommen.

Behandlung der Eklampsie

Eine schwere Gestose erfordert die sofortige intensivmedizinische Überwachung von Mutter und Kind. Die Gefahr eines Leber- und Nierenversagens bedroht das Leben der Mutter. Zuerst kommen krampflösende Mittel wie zum Beispiel Magnesium zum Einsatz.

Regemässige gynäkologische Untersuchungen können eine Eklampsie oft verhindern, da sich im Rahmen dieser Arztbesuche die Vorstufen der Schwangerschaftserkrankung leicht erkennen lassen. Bei jeder Schwangerschaftsuntersuchung wird eine Urinprobe abgegeben, der Blutdruck gemessen und nach Wassereinlagerungen geschaut. Die Vorstufen der Schwangerschaftserkrankung lassen sich allgemein gut mit Medikamenten behandelt werden, sodass die Schwangerschaft fortgesetzt werden kann.

Eklampsie nach der Geburt

Eine Eklampsie nach der Geburt kommt seltener vor und kann nur mit herkömmlichen Mitteln sowie einer intensivmedizinischen Überwachung der Mutter erfolgen. Sie bildet sich innerhalb von sechs Wochen nach der Geburt zurück.

Hellp Syndrom: Schwere Form der Präeklampsie

Das Hellp-Syndrom stellt eine schwere Form der Präeklampsie dar. Neben den beschriebenen Symptomen kommen Leberfunktionsstörungen, die Auflösung von roten Blutkörperchen, auch «Hämolyse» genannt, sowie eine Verminderung der Blutplättchen hinzu. Charakteristisch für das Hellp-Syndrom sind starke Oberbauchschmerzen. Die weiteren Symptome sind ähnlich der Eklampsie und können mit Übelkeit und Erbrechen sowie Sehstörungen einhergehen. Ist das Kind reif genug, wird es in der Regel sofort per Kaiserschnitt geholt. Denn die Gefahr einer Plazenta-Insuffizienz oder vorzeitiger Plazenta-Ablösung, an der das Kind sterben kann, ist hoch. Darüber hinaus schreitet die Erkrankung in vielen Fällen sehr schnell voran. Nach der Entbindung verbessert sich die Stoffwechsellage der Mutter wieder und die Erkrankung geht von allein zurück.

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