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Wochenfluss: Wie lange er dauert und worauf du bei der Hygiene achten musst

Mit dem Wochenfluss werden nach der Geburt Blut, Schleim und das Gewebe der Plazenta ausgeschieden. Dieser Prozess dauert etwa sechs Wochen. Die Farbe der Blutung verrät, wie gut dein Körper heilt und verändert sich von Woche zu Woche. Während dieser Zeit solltest du speziell auf deine Hygiene achten, um eine Infektion vorzubeugen. Darum sind auch Tampons in dieser Zeit verboten. Wenn der Wochenfluss plötzlich versiegt oder unangenehm riecht, solltest du zum Arzt gehen.

Während des Wochenflusses solltest du Binden benutzen. Tampons erhöhen das Risiko einer Infektion.
Während des Wochenflusses solltest du Binden benutzen. Tampons erhöhen das Risiko einer Infektion. © Getty Images, golibitoliv

Der Wochenfluss: Das Wichtigste in Kürze

Nur wenige reden darüber, doch er gehört zu jeder Schwangerschaft dazu: Der Wochenfluss. Nach der Geburt deines Babys heilt die Wunde in deiner Gebärmutter, was einen Ausfluss mit sich zieht. Dieser ist völlig normal, auch wenn ihn viele Frauen als unangenehm empfinden. Wir verraten dir, was du über den Wochenfluss wissen musst.

Was ist der Wochenfluss?

Wochenfluss (auch Lochien genannt) ist postnataler Ausfluss, bei dem das restliche Blut, Schleim, Gebärmutterschleimhaut und weitere Überreste der Schwangerschaft aus der Gebärmutter ausgeschieden werden. Das Blut geht von der Wunde in der Gebärmutter aus, welche durch die Ablösung der Plazenta verursacht wurde. Der Wochenfluss verändert mit fortschreitender Heilung seine Zusammensetzung und Farbe.

Wie ist der Wochenfluss nach einem Kaiserschnitt?

Auch Frauen, die einen Kaiserschnitt hatten, haben Wochenfluss. Dieser ist jedoch schwächer. Dafür dauert er länger an, da sich die Gebärmutter nach einem Kaiserschnitt langsamer zurückbildet als bei einer natürlichen Geburt.

Wochenfluss Dauer: Wie lange hat man Wochenfluss?

Der Wochenfluss dauert zwischen vier bis sechs Wochen. Bei stillenden Frauen kann er schneller vorüber sein, da das Hormon Oxytocin das Zusammenziehen der Gebärmutter fördert, was die Ausscheidung beschleunigt.

In den ersten Tagen ist der Wochenfluss sehr stark – stärker als in der Menstruationsblutung –, doch er wird im Laufe der Zeit immer schwächer und ändert Farbe und Zusammensetzung. Insgesamt werden rund 500 Milliliter Blut und andere Flüssigkeiten ausgeschieden – ungefähr zehnmal mehr als während der Menstruation.

Der Farbverlauf der Blutungen im Wochenbett

Erste Tage: Lochia rubra

In den ersten Tagen ist der Wochenfluss rot, flüssig und sehr stark. Er besteht aus Blut, Gebärmutterschleimhaut, Käseschmiere, Eihautresten, Haarflaum (mit dem der Fötus bedeckt war) und eventuell auch der ersten Darmentleerung deines Babys.

Nach einer Woche: Lochia fusca

Nach ungefähr sieben Tagen ist der Wochenfluss bräunlich, dünnflüssig und nicht mehr ganz so stark wie zu Beginn. Er besteht aus Blutserum, weissen Blutkörperchen und Lymphe.

Nach zwei Wochen: Lochia flava

Nach vierzehn Tagen ist der Wochenfluss schwach, rahmig in der Konsistenz und gelblich gefärbt. Er besteht nun aus verflüssigtem abgestorbenen Gewebe, welches mit Schleim und Bakterien vermischt ist.

Nach drei Wochen: Lochia alba

Nun ist der Wochenfluss nur noch schwach. Er besteht aus Wundflüssigkeit und ist weisslich und wässrig.

Wochenfluss Hygiene: Darauf musst du achten

Die Plazenta hinterlässt nach ihrer Ablösung eine grosse, offene Wunde in der Gebärmutterwand. Um Entzündungen und Komplikationen zu vermeiden, solltest du grundsätzlich während des Heilungsprozesses auf Sauberkeit und Hygiene im Intimbereich achten. Regelmässiges Waschen des Genitalbereichs ist wichtig.

Es kann sein, dass die Binden zu Beginn stündlich gewechselt werden müssen. Vor und nach dem Wechsel der Binde solltest du die Hände gründlich waschen.
Auf Bäder musst du leider etwa zwei Wochen verzichten und warten, bis der Wochenfluss nicht mehr ganz so stark ist.

Darum solltest du beim Wochenfluss Binden verwenden

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Während des Wochenflusses solltest du Binden verwenden. © Getty Images, Marvin Samuel Tolentino Pineda
  • Während des Wochenflusses unbedingt Binden verwenden – durch Tampons können Bakterien und Keime in die Gebärmutter gelangen.
  • Ideal sind Binden aus natürlicher Baumwolle. Sie sind dicker als herkömmliche Binden sowie atmungsaktiv und plastikfrei.
  • In den ersten Tagen nach der Geburt möchtest du vielleicht Wegwerfslips verwenden.

Wochenfluss Sex: Ist Sex während dem Wochenfluss okay?

Sofern deine Dammschnittwunde verheilt ist, darfst du auch mit Wochenfluss Sex haben, wenn du Lust darauf hast. Auch nach einem Kaiserschnitt ist eine kleine Pause empfehlenswert, damit die Wunde heilen kann. Ansonsten darf auch schon während der Blutungen wieder Schwung ins Liebesleben gebracht werden – aus hygienischen Gründen aber mit Kondom.

Wochenfluss Stau: Wenn der Wochenfluss nicht abfliesst

Es kann vorkommen, dass die Blutung abrupt versiegt. Hier könnte es sich um einen Lochialstau handeln: Dabei ist der Muttermund nicht ausreichend geöffnet oder verstopft, sodass der Wochenfluss nicht abfliessen kann und sich in der Gebärmutter sammelt. Unbehandelt kann ein Lochialstau in einer Gebärmuttervereiterung enden.

Der Wochenflussstau äussert sich durch Kopfweh, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen im Unterbauch und einen unangenehmen Geruch. Sollte dein Wochenfluss schon wenige Tage nach der Entbindung aufhören, kann dies auch ein Anzeichen für einen Lochialstau sein. Wende dich in diesen Fällen an deinen Arzt bzw. deine Ärztin.

So kannst du deinen Wochenfluss anregen

Stillen regt den Wochenfluss an.
Stillen regt den Wochenfluss an. © Getty Images, enigma_images
  • Begebe dich 1-2-mal täglich für 10-15 Minuten in Bauchlage. Der Druck auf die Gebärmutter regt den Wochenfluss an.
  • Trinke Tee mit Hirtentäschel- und Frauenmantelkraut
  • Gehe in die Akupunktur
  • Kurze Spaziergänge und leichte Bewegung im Alltag regen die Gebärmutter an
  • Stillen. Das Hormon Oxytocin sorgt dafür, dass sich Gebärmutter zusammenzieht
  • Falls du nicht Stillen kannst, hältst du deinen Oxytocinspiegel mit viel Kuscheln und Hautkontakt hoch

Wenn der Wochenfluss wieder blutig oder stärker wird

Wenn dein Wochenfluss längere Zeit schwach war und plötzlich stärker oder wieder blutig wird, solltest du zum Arzt gehen, da deine Wundheilung gestört sein könnte. Nur in den ersten Tagen ist der Wochenfluss sehr blutig, danach sollte die Blutung langsam abnehmen.

Beim Stillen während des Wochenflusses kann es jedoch zu schwallartigen Blutungen kommen, da dabei Hormone ausgeschüttet werden, die die Rückbildung anregen und beschleunigen. Vorsicht: Starke körperliche Belastungen nach der Geburt können die Blutungen verstärken oder erneut auslösen. In den ersten Wochen nach der Geburt ist es deshalb empfehlenswert, die Dinge ruhiger anzugehen – nicht umsonst wird diese Phase auch als Wochenbett bezeichnet.

Wochenfluss Geruch: Was, wenn der Wochenfluss stinkt?

Normalerweise riecht der Wochenfluss unauffällig fade. Sollte dein Wochenfluss also unangenehm riechen, beispielsweise fischig oder eitrig, solltest du unbedingt deinen Frauenarzt oder die Hebamme informieren. Der Geruch kann ein Anzeichen einer Infektion der Gebärmutter sein.

👨‍⚕️ Du musst zum Arzt, wenn… 👨‍⚕️

  • Du deine Binde öfter als stündlich wechseln musst
  • Dein Wochenfluss plötzlich aufhört
  • Das Blut mit einem kräftigen Schwall aus der Scheide schiesst
  • Der Wochenfluss unangenehm riecht
  • Dein Wochenfluss nach einer Woche immer noch stark und blutig ist