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Wochenfluss: Wie lange er dauert und worauf man bei der Hygiene achten muss

Mit dem Wochenfluss werden nach der Geburt Blut, Schleim und das Gewebe der Plazenta ausgeschieden. Dieser Prozess dauert bis zu sechs Wochen. Die Farbe der Blutung verrät, wie gut der Körper heilt. Sie sollten jetzt auf eine gute Hygiene achten, um Infektionen vorzubeugen. Wir erklären, welche Binden Sie verwenden dürfen, was zu tun ist, wenn der Wochenfluss stinkt und wann ein Arztbesuch ratsam ist. 

Wochenfluss: Frau sitzt auf Toilette und hält Binde in der Hand

Während des Wochenflusses sollten Sie Binden benutzen. Tampons erhöhen das Risiko einer Infektion. Bild: golibitoliv, Getty Images

Das Wichtigste zum Wochenfluss in Kürze: 

  • Beim Wochenfluss handelt es sich um postnatalen Ausfluss, bei dem Blut und Überreste der Schwangerschaft aus der Gebärmutter ausgeschieden werden. Der Wochenfluss tritt nach einer vaginalen Geburt wie auch nach einem Kaiserschnitt auf. 
  • Der Wochenfluss dauert zwischen vier bis sechs Wochen an. In den ersten Tagen ist er blutig, danach ändert sich die Konsistenz. Die verschiedenen Stadien.
  • Während des Wochenfluss ist es wichtig, auf eine gute Hygiene zu achten. Verwenden Sie keine normalen Binden und schon gar keine Tampons. Warum, lesen Sie hier. 
  • Wenn das Blut zu stark oder nicht mehr richtig fliesst oder der Wochenfluss unangenehm riecht, müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Mehr zu möglichen Komplikationen hier.

Was ist der Wochenfluss? 

Wochenfluss (auch Lochien genannt) ist postnataler Ausfluss, bei dem das restliche Blut, Schleim, Gebärmutterschleimhaut und weitere Überreste der Schwangerschaft aus der Gebärmutter ausgeschieden werden. Das Blut geht von der Wunde in der Gebärmutter aus, welche durch die Ablösung der Plazenta verursacht wurde. Der Wochenfluss verändert mit fortschreitender Heilung seine Zusammensetzung und Farbe.  

Wochenfluss nach Kaiserschnitt

Auch Frauen, die einen Kaiserschnitt hatten, haben Wochenfluss. Bei einem Kaiserschnitt kann der Wochenfluss jedoch schwächer sein und dafür länger andauern, da sich die Gebärmutter langsamer zurückbildet als bei einer natürlichen Geburt, weiss The Female Company.

Dauer: Wie lange hat man Wochenfluss?

Der Wochenfluss hält zwischen vier bis sechs Wochen an. Bei stillenden Frauen kann er schneller vorüber sein, da das Hormon Oxytocin das Zusammenziehen der Gebärmutter fördert, was die Ausscheidung beschleunigt. In den ersten Tagen ist der Wochenfluss sehr stark – stärker als die Menstruationsblutung –, doch er wird im Laufe der Zeit immer schwächer und ändert Farbe und Zusammensetzung. Insgesamt werden rund 500 Milliliter Blut und andere Flüssigkeiten ausgeschieden – ungefähr zehnmal mehr als während der Menstruation. 

Wie lange darf der Wochenfluss blutig sein?

Bei jeder Frau kann der Verlauf und die Dauer des Wochenflusses unterschiedlich sein. Wann die erste Periode nach der Schwangerschaft eintritt, kann laut folio-familie.de nicht genau gesagt werden, da dies von Frau zu Frau unterschiedlich ist und von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Wenden Sie sich an Ihre Hebamme oder Ihren Frauenarzt, wenn Sie Unsicherheiten haben.

Der Farbverlauf der Blutungen im Wochenbett

Erste Tage: Lochia rubra

In den ersten Tagen ist der Wochenfluss rot, flüssig und sehr stark. Er besteht aus Blut, Gebärmutterschleimhaut, Käseschmiere, Eihautreste, Haarflaum (mit dem der Fötus bedeckt war) und eventuell auch aus der ersten Darmentleerung des Kindes. 

Nach einer Woche: Lochia fusca

Nach ungefähr sieben Tagen wird der Wochenfluss bräunlich, dünnflüssig und nicht mehr ganz so stark wie zu Beginn. Er besteht aus Blutserum, weissen Blutkörperchen und Lymphe.  

Nach zwei Wochen: Lochia flava

Nach vierzehn Tagen ist der Wochenfluss schwach, rahmig in der Konsistenz und gelblich gefärbt. Er besteht nun aus verflüssigtem abgestorbenen Gewebe, welches mit Schleim und Bakterien vermischt ist.

Nach drei Wochen: Lochia alba

Nun besteht der Wochenfluss aus Wundflüssigkeit und ist weisslich, wässrig und nur noch schwach. 

Hygiene während Wochenfluss: Darauf ist zu achten

Die Plazenta hinterlässt nach ihrer Ablösung eine grosse, offene Wunde in der Gebärmutterwand. Um Entzündungen und Komplikationen zu vermeiden, sollte grundsätzlich während des Heilungsprozesses auf Sauberkeit und Hygiene im Intimbereich geachtet werden. Regelmässiges Waschen des Genitalbereichs ist wichtig. Auf Bäder sollten Sie aber etwa zwei Wochen verzichten und warten, bis der Wochenfluss nicht mehr ganz so stark ist, rät Hebamme Christina Altmann.

Sex ist erlaubt, wenn das Paar Lust darauf hat und Dammschnitte und -risse verheilt sind. Auch nach einem Kaiserschnitt ist eine kleine Pause empfehlenswert, damit die Wunde heilen kann. Ansonsten darf auch schon während der Blutungen wieder Schwung ins Liebesleben gebracht werden – aus hygienischen Gründen aber mit Kondom.

Diese Binden sollten Sie verwenden bei Wochenfluss

Es ist ratsam, während des Wochenflusses (Wochenbett-)Binden und keine Tampons zu verwenden, da durch Tampons Bakterien und Keime in die Gebärmutter gelangen können. Hallohebamme.de rät, in dieser Zeit zu Binden aus natürlicher Baumwolle zu greifen. Diese sind viel dicker und meist auch grösser als die Binden, die während der Periode verwendet werden. Wichtig ist zudem, dass die Binden atmungsaktiv sind und keine Plastikanteile beinhalten, damit mögliche Geburtsverletzungen gut abheilen können. Vor und nach dem Wechsel der Binden sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Es kann sein, dass die Binden zu Beginn bereits nach einer Stunde gewechselt werden müssen. Swissmom empfiehlt für die ersten Tage auch Wegwerfslips.

Komplikationen während des Wochenfluss

1 Wochenflussstau

Es kann vorkommen, dass die Blutung abrupt versiegt. Hier könnte es sich um einen Lochialstau handeln: Der Muttermund ist nicht ausreichend geöffnet oder ist verstopft, sodass der Wochenfluss nicht abfliessen kann und sich in der Gebärmutter sammelt. Unbehandelt kann ein Lochialstau in einer Gebärmuttervereiterung enden. Der Wochenflussstau äussert sich laut den Experten von Swissmom auch durch Kopfweh, Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen im Unterbauch und einen unangenehmen Geruch.

2 Der Wochenfluss ist wieder blutig oder wieder stärker

Wenn der Wochenfluss längere Zeit schwach war und plötzlich stärker oder wieder blutig wird, sollten Sie zum Arzt gehen, da die Wundheilung gestört sein könnte. Nur in den ersten Tagen ist der Wochenfluss sehr blutig, danach sollte die Blutung langsam abnehmen. Beim Stillen während des Wochenflusses kann es jedoch zu schwallartigen Blutungen kommen, da dabei Hormone ausgeschüttet werden, die die Rückbildung anregen und beschleunigen. Vorsicht: Starke körperliche Belastungen nach der Geburt können die Blutungen verstärken oder erneut auslösen. In den ersten Wochen nach der Geburt ist es deshalb empfehlenswert, die Dinge ruhiger anzugehen – nicht umsonst wird diese Phase auch als Wochenbett bezeichnet. 

3 Was tun, wenn der Wochenfluss stinkt?

Informieren Sie Ihre Hebamme oder Ihren Frauenarzt, wenn der Wochenfluss unangenehm riecht, beispielsweise fischig oder eitrig. Wochenfluss riecht normalerweise unauffällig fade. Intensiver, unangenehmer Geruch kann ein Zeichen für eine Infektion der Gebärmutter sein. Mehr dazu hier.

Wann Sie zum Arzt müssen

Auch wenn viele Mütter wegen des vielen Blutes erschrecken – dies ist kein Grund zur Sorge. Ein Besuch beim Arzt ist aber in gewissen Fällen ratsam. So sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie innert kürzester Zeit sehr viel Blut verlieren und die Binde mehr als einmal pro Stunde wechseln müssen oder wenn das Blut mit einem kräftigen Schwall aus der Scheide schiesst. Auch bei einem Wochenflussstau sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.