Wochenfluss: Schonen Sie Ihren Körper

Mit dem Wochenfluss werden Blut, Gewebe der Plazenta und Schleim nach der Geburt ausgeschieden. Viele Mütter erschrecken, weil die Blutungen viel stärker sind als während der Mens. Beobachten Sie die sogenannten Lochien genau, denn sie geben Hinweise darauf, wie gut sich ihr Körper selbst heilt.

Nach der Geburt kommt es zu Wochenfluss, der von Frau zu Frau unterschiedlich stark ist.

In den ersten Wochen nach der Geburt kommt es zum Wochenfluss. Foto: Stefan_S, iStock, Thinkstock

Mit der Ablösung der Nachgeburt, beginnt bei jeder Frau die Ausscheidung des Wochenflusses - unabhängig davon, ob das Kind auf natürlichem Wege oder per Kaiserschnitt geboren wurde. Ist die Blutung zunächst stärker als die Periode, verringert sich die Menge im Laufe der Zeit immer mehr. Insgesamt kann eine Menge von bis zu einem halben Liter ausgeschieden werden - das ist das zehnfache der Blutmenge während einer Periode! Beim Stillen kann es zu schwallartigen Blutungen kommen, da dabei Hormone ausgeschüttet werden, welche die Rückbildung anregen und beschleunigen. Im Verlauf der Zeit ändern die Lochien übrigens ständig ihre Farbe. Auf der Internetseite der Privatklinikgruppe Hirslanden wird der Wechsel so beschrieben: «Der Wochenfluss ist in den ersten Tagen blutig. Mit der Zeit nimmt die Menge ab und der Ausfluss verfärbt sich von hellrot zu rosa, dann rötlich braun. Gegen Ende nimmt er eine gelblich-weisse Farbe an.»

Wochenfluss Dauer

Der Wochenfluss hat eine Dauer von zwei bis sechs Wochen. Das hängt von der Art der Entbindung ab. Bei Kaiserschnitten sind die Blutungen meist schwächer und etwas schneller vorbei. Wenn Sie Ihren Körper nach der Geburt stark belasten, können sich die Blutungen verstärken oder erneut einsetzen. Gehen Sie deshalb alles etwas ruhiger an - nicht umsonst wird diese Phase auch als Wochenbett bezeichnet!

Hygiene im Wochenbett

Die Plazenta hinterlässt nach ihrer Ablösung eine grosse, offene Wunde in der Gebärmutterwand. Um Entzündungen und Komplikationen zu vermeiden, sollte grundsätzlich während des Heilungsprozesses auf Sauberkeit und Hygiene im Intimbereich geachtet werden. Es ist besser, während dem Wochenfluss Binden zu verwenden, da Tampons Bakterien und Keime in die Gebärmutter einbringen könnten. Vor und nach dem Wechsel der Binden sollten Sie die Hände gründlich waschen. Auch regelmässiges Waschen des Genitalbereichs ist wichtig - für die tägliche Dusche sollte also trotz des Babystresses noch Zeit sein.

Sex ist erlaubt, wenn Sie Lust darauf haben und Dammschnitte und -risse entsprechend verheilt sind. Auch nach einem Kaiserschnitt sollten Sie eine kleine Pause einlegen, um die Nähte vor einem Aufplatzen zu schützen. Ansonsten darf gern auch schon während der Blutungen wieder ein wenig Schwung ins Liebesleben gebracht werden - aus hygienischen Gründen aber nur mit Kondom.

Veränderungen des Wochenflusses: wann zum Arzt?

Auch wenn viele junge Mütter wegen des vielen Blutes erschrecken - dies ist kein Grund zur Sorge. Zum Arzt gehen sollten Sie allerdings, wenn

  • innerhalb kürzester Zeit (weniger als eine Stunde) die Binde gewechselt werden muss oder das Blut mit einem kräftigen Schwall aus der Scheide geschossen kommt.
  • der Wochenfluss stinkt, nach Eiter oder Fisch riecht.
  • die Blutung abrupt versiegt - es könnte sich um einen Lochialstau handeln, der unbehandelt in einer Gebärmuttervereiterung enden könnte!
  • Fieber oder Schüttelfrost einsetzen.
  • die Farbe plötzlich wieder blutrot wird.

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