Gestose: Plötzliche Komplikationen in der Schwangerschaft

Eine Gestose ist eine Krankheit, die in der Schwangerschaft auftritt. Dazu zählt zum Beispiel schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck oder die Präeklampsie. Eine Früherkennung ist wichtig.

Es ist sehr wichtig, eine Gestose frühzeitig zu erkennen.

Hoher Blutdruck ist ein mögliches Symptom einer Gestose. Foto: KatarzynaBialasiewicz, iStock, Thinkstock

Der Begriff «Gestose» bezeichnet Erkrankungen, die ausschliesslich schwangerschaftsbedingt sind - bei einer meist unklaren Ursache. Vor allem die Symptome, die im letzten Drittel der Schwangerschaft auftreten, sind für die Namensgebung der Erkrankung von Bedeutung.

Mögliche Symptome

Da die Krankheitsbilder der Gestose vielfältig sind, fallen die Symptome entsprechend komplex aus. Zu den bekanntesten Symptomen, die auf eine Gestose hinweisen können, zählen ein hoher Blutdruck, Ödeme (Wasseransammlungen im Gewebe), starke Übelkeit mit Erbrechen und eine erhöhte Eiweiss-Ausscheidung über den Urin. Auch migräneähnliche Kopfschmerzen, Druckschmerzen auf der rechten Seite des Oberbauches sowie Sehstörungen und Krampfanfälle können vorkommen.

Gestose früh erkennen

Keines der einzelnen Symptome führt für sich genommen zur Diagnose einer Gestose. Erst eine ausführliche ärztliche Untersuchung zeigt, ob von einer Gestose gesprochen werden kann. Die Vorsorge-Untersuchungen sind ideal geeignet, mögliche Symptome rechtzeitig zu erkennen. Wird eine Gestose früh diagnostiziert, lässt sie sich gut behandeln. Bei sehr schweren Verlaufsformen, die entsprechend selten vorkommen, kann aber eine frühzeitige Entbindung sinnvoll sein.

Frühe und späte Gestose

Früher wurden Gestosen bei Frauen in frühe und späte Gestosen eingeteilt. Die im ersten Schwangerschaftsdrittel auftretenden Symptome der Morgenübelkeit mit Erbrechen sowie starkem Speichelfluss wurden als «Frühgestose» bezeichnet. Die im letzten Drittel der Schwangerschaft sichtbar werdenden Symptome Bluthochdruck, Ödeme oder Krampfanfälle fielen unter den Begriff «Spätgestose» und galten umgangssprachlich als Schwangerschaftsvergiftung, ein Begriff, der letztlich falsche Vorstellungen impliziert. Auch der ursprünglich verwendete Begriff EPH Gestose, der die Leitsymptome abbilden soll, wird heute nur noch selten verwendet. Geblieben ist allerdings die Erkenntnis, dass sich die sehr unterschiedlichen Symptome der Gestose Frauen im ersten oder letzten Drittel einer Schwangerschaft zeigen, während das zweite Drittel kaum betroffen ist.

Krankheitsbilder der Gestose

Nach aktuellem Forschungsstand werden fünf verschiedene Krankheitsbilder unter dem Gestose-Begriff zusammengefasst. Sie alle haben gemeinsam, dass sie erst im Schwangerschaftsverlauf entstehen und vorher keine nennenswerte Rolle gespielt haben.

1. Gestationshypertonie (schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck)

2. Präeklampsie (Bluthochdruck, Eiweiss im Urin, Ödeme)

3. Eklampsie (Krampfanfälle)

4. HELLP Syndrom (schwere Form der Präeklampsie unter Beteiligung der Leber)

5. Pfropfgestose (Symptome teilweise bereits vor der Schwangerschaft vorhanden)

Die Präeklampsie zählt zu den häufigsten Gestose-Formen. «Eine effiziente Therapie der Präeklampsie existiert bis anhin nicht», so der Oberarzt des Inselspital Bern, Dr. med. Marc Baumann in der Fachzeitschrift «Gynäkologie». Umso wichtiger erscheint ihm die engmaschige Überwachung der Schwangeren.

Der Verein «Arbeitsgemeinschaft Gestose-Frauen Schweiz» bietet Wissenswertes zum Krankheitsbild und darüber hinaus Unterstützung und regelmässige Selbsthilfe-Treffen in Zürich: www.gestose-frauen.ch.

 

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