Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft: Das hilft bei geschwollenen Beinen

Der Ring geht nicht mehr vom Finger zu ziehen? Die Schuhe scheinen zwei Nummern zu klein zu sein? Wem dies bekannt vorkommt, der hat wahrscheinlich mit Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft zu kämpfen. Ödeme, wie sie auch genannt werden, sind eine typische Beschwerde der Spätschwangerschaft. Linderung ist möglich.

Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Wasseransammlungen machen die letzten Schwangerschaftswochen mitunter beschwerlich. Foto: Fuse, Thinkstock

«Meine letzten Schwangerschaftswochen waren sehr beschwerlich», erzählt Maria B. «Meinen Ehering habe ich gar nicht mehr vom Finger bekommen. Abends hatte ich meistens das Gefühl, als hätten sich meine Beine in der Grösse verdoppelt. Natürlich gibt es schlimmere Beschwerden, schliesslich hat es nicht weh getan. Aber ich habe mich einfach die ganze Zeit wie ein langsamer und behäbiger Walfisch gefühlt und war froh, als das nach der Schwangerschaft wieder vorbei war.»

Wassereinlagerungen sind ein typisches Übel der Schwangerschaft, besonders im letzten Drittel, wenn der Bauch recht dick ist. In der Regel sind die Hände, Füsse und Beine geschwollen, aber auch das Gesicht kann betroffen sein. Normalerweise sind Ödeme harmlos und verschwinden nach der Schwangerschaft schnell wieder. Wenn Sie jedoch ausgeprägte und grossflächige Schwellungen an den Händen und im Gesicht haben, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren. Dies könnte eventuell ein Symptom für Gestose oder Präeklampsie sein, eine gefährliche Stoffwechselstörung bei der Mutter. Besonders, wenn zu den Schwellungen auch noch Kopfschmerzen kommen, sollten Sie sich schnell medizinischen Rat suchen. Eine Präeklampsie ist eine ernst zu nehmende Krankheit, die für Sie und Ihr Baby gefährlich sein kann.

Ihr Körper sammelt Flüssigkeit

In den allermeisten Fällen sind die Wassereinlagerungen jedoch vor allem eines: nervig. Ein Zusammenwirken verschiedener schwangerschaftsbedingter Faktoren begünstigt Ödeme. Zum einen legt Ihr Körper in der Schwangerschaft extra Wasserspeicher an. Schliesslich hat Ihr Kreislauf einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf, so steigt beispielsweise das Blutvolumen.

Hinzu kommt, dass die immer grösser werdende Gebärmutter Druck auf die Venen ausübt. Durch die hormonellen Veränderungen ist Ihr Gewebe ausserdem nachgiebiger und durchlässiger als vor der Schwangerschaft. Dies kann zum Beispiel zu Krampfadern, Hämorrhoiden oder eben Wassereinlagerungen führen. Besonders nach einem langen Tag und in der warmen Jahreszeit kann dies das Leben einer hochschwangeren Frau beschwerlich machen.

Das hilft bei Wassereinlagerungen in der Schwangerschaft

Wenn Sie zu Wassereinlagerungen neigen, werden Sie das Problem wahrscheinlich während Ihrer Schwangerschaft nicht völlig loswerden. Es gibt jedoch einige Hilfsmittel, mit denen Sie die Beschwerden zumindest möglichst gering halten können.

Mit einer ausgewogenen Ernährung können Sie einiges dazu beitragen, die Wassereinlagerungen in den Griff zu bekommen. Eine vitaminreiche Kost sorgt für eine gesunde Schwangerschaft. Ein guter Nebeneffekt: Sie legen weniger an überflüssigen Pfunden zu. Denn je mehr Gewicht Ihre Beine zu tragen haben, umso höher ist der Druck auf Ihre Venen. Besonders Kartoffeln, Ananas, Gurken oder auch Sellerie werden von Experten bei Ödemen empfohlen, aber auch eiweissreiche Nahrung wie Quark oder Joghurt. Vermeiden Sie stark gesalzene Nahrung, ansonsten können Sie Ihre Mahlzeiten aber ganz normal salzen (siehe Infobox).

Auch wenn es zunächst nicht logisch klingen mag: Vermindern Sie auf keinen Fall Ihre Flüssigkeitszufuhr. Viel trinken ist in der Schwangerschaft sehr wichtig und wirkt sogar entschlackend. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie keine kohlesäurehaltigen Getränke zu sich nehmen. Diese können die Wassereinlagerungen nämlich noch verstärken.

Langes Stehen sollten Sie so weit wie möglich vermeiden. Müssen Sie länger sitzen, können Sie sich eine kleine Bank unter Ihre Füsse stellen, damit diese etwas erhöht stehen. Auch sonst empfiehlt es sich, die Beine möglichst oft hoch zu legen, zum Beispiel auch nachts im Bett. Hier kann es auch helfen, wenn Sie auf der linken Seite schlafen, da dadurch der Druck auf die Hohlvene nachlässt.

Bewegung hilft gegen eine ganze Reihe von Schwangerschaftsbeschwerden. Auch bei Wassereinlagerungen ist regelmässiges Training der Waden ein guter Weg, um Symptomen vorzubeugen oder diese zumindest zu lindern. Das kann heissen, dass Sie mehrmals in der Woche Sport treiben, wie zum Beispiel Fahrrad zu fahren oder schwimmen zu gehen. Das kann heissen, dass Sie viel spazieren gehen. Das kann aber auch schon heissen, dass Sie an Ihrem Schreibtisch öfter die Füsse kreisen lassen und die Zehen bewegen.

Wechselduschen, die mit kaltem Wasser aufhören, regen die Durchblutung an und verengen die Gefässe. Dies ist sowohl vorbeugend, als auch im akuten Fall von Wassereinlagerungen angenehm.

Natürlich wollen Sie für die letzen Schwangerschaftswochen nicht in lauter neue Schuhe investieren. Flache und bequeme Schuhe sind jedoch gegen die Wassereinlagerungen am Besten. Vielleicht können Sie sich gerade in den warmen Sommermonaten mit ein paar Flip-Flops oder ähnlichen offenen Schuhen helfen. Enge Socken und ins Fleische einschneidende Kleidung sollten Sie zudem vermeiden. Stützstrümpfe können bei akuten Ödemen, aber auch zur Vorbeugung hilfreich sein.

Sind Sie sehr stark betroffen, wird Ihnen Ihr Arzt eventuell Kompressionsstrümpfe verschreiben. Mit Ihrem Arzt sollten Sie auch besprechen, ob und was Sie zur Entwässerung einnehmen können. Auf keinen Fall empfiehlt es sich, derartige Tabletten ohne Rücksprache zu schlucken.

Der Mythos Salzverzicht

Vielleicht rät Ihnen Ihre Mutter, dass Sie bei Wassereinlagerungen auf Salz verzichten sollen. Lange galt das als Patentrezept gegen Ödeme in der Schwangerschaft. Heute gehen Mediziner jedoch davon aus, dass eine normale Salzzufuhr für den Körper wichtig ist und auch nicht bei Wassereinlagerungen aufgegeben werden sollte. Geben Sie also ruhig weiterhin eine Prise Salz in Ihre Suppe!

Haben Sie Erfahrungen mit Wassereinlagerungen? Schreiben Sie uns. Hier geht es zum Kommentarbereich.

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