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Thrombose in der Schwangerschaft

Das Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, ist während der Schwangerschaft stark erhöht. Wie Sie das gefährliche Blutgerinnsel in den Venen erkennen und was Sie tun können, damit es gar nicht soweit kommt.

Thrombose kann besonders in der Schwangerschaft auftreten.

In der Schwangerschaft ist das Risiko einer Thrombose erhöht. Meist tritt sie in den Beinen auf. Foto: metamorworks, iStock, Getty Images Plus

Die Thrombose gehört zu den gefährlichsten Komplikationen in der Schwangerschaft. Wenn das Blutgerinnsel (Thrombus) in einer Vene entsteht, ist eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig. Was eine Thrombose ist, wie Sie dem Blutgerinnsel vorbeugen können – und wie Sie die Symptome im Ernstfall erkennen können, erfahren Sie hier:

Ein gefährliches Blutgerinnsel

Ein natürlicher Schutzmechanismus gegen Blutverlust ist die Blutgerinnung (Hämostase). Dabei erstarrt das flüssige Blut und verhindert zum Beispiel, dass wir bei Verletzungen verbluten.

Die Blutgerinnung wird dann zum Risikofaktor, wenn das Blut zu stark oder an der falschen Stelle gerinnt. Diese Komplikation führt dazu, dass sich Blutgerinnsel (Thromben) in den Blutgefässen bilden. Im schlimmsten Fall können dabei wichtige Blutgefässe verstopfen.

Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel (Thrombus), das in den Venen entsteht – und zwar nicht als Verschluss einer Wunde, sondern bereits im Blutgefäss. Die häufigste Art der Thrombose in der Schwangerschaft ist eine tiefe Venenthrombose (TVT). Sie entsteht in den tiefer liegenden Venen, meist denen der Beine, besonders der Waden, aber auch des Beckens.

Bildet sich das Blutgerinnsel in einer tief gelegenen Beinvene, dann wird von einer tiefen Beinvenenthrombose gesprochen. Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose sind ein Spannungsgefühl im Bein, Druckempfindlichkeit der Wade und Schmerzen an der Fusssohle beim Gehen. 

Da Venen das Blut vom Körper zum Herzen transportieren, kann das Blutgerinnsel zum Herzen und von dort in die Lunge gelangen. Setzt es sich fest, spricht man von einer Lungenembolie. Die Lungenembolie sehr gefährlich ist und eine sofortige Behandlung erfordert. Meistens tritt die tiefe Beinvenenthrombose nur in einem Bein auf. Eine Lungenembolie macht sich durch Symptome wie Atemnot oder Schmerzen in der Brust bemerkbar. Eine Lungenembolie ist lebensbedrohlich und sollte so schnell wie möglich behandelt werden. 

Ursachen der Erkrankung in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist das Thrombose-Risiko um etwa das Sechs- bis Zehnfache erhöht. Die Gründe bei Schwangeren sind vielfältig: Die Venen müssen etwa ein Viertel mehr Blut als vor der Schwangerschaft durch den Körper pumpen, zugleich bewirkt das Schwangerschaftshormon Progesteron, dass sich die Venenwände von Schwangeren weiten, weshalb sich das Blut häufiger in den Beinen staut und eine Schwellung entsteht. Ausserdem fliesst das Blut in der Schwangerschaft langsamer, was einen Stau ebenfalls begünstigt und ein Risikofaktor ist.

Eine weitere Ursache liegt in der schnelleren Gerinnung des Blutes von Schwangeren aufgrund des erhöhten Blutvolumens und hormoneller Veränderungen. Thrombosen können darüber hinaus auch entstehen, wenn das Baby während der Geburt auf die Venen des Beckens drückt und diese beschädigt.

Symptome der Erkrankung bei Schwangeren:

1 Anzeichen:

Das Bein (häufig die Wade) schwillt an, man spürt einen Schmerz und es und rötet sich.

2 Anzeichen:

Das Bein verfärbt sich bläulich

3 Anzeichen:

Der Schmerz verschlimmert sich beim Gehen oder beim Bewegen der Wade in Richtung Oberschenkel.

4 Anzeichen:

Die betroffene Stelle fühlt sich warm an.

5 Anzeichen:

Die Venen um die betroffene Stelle herum scheinen vergrössert zu sein.

Diagnose und Behandlung 

Schwellungen in den Beinen und Ödeme, also die Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe, sind gewöhnliche Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft. Wenn Sie bei einer Schwellung trotzdem den Verdacht auf eine Thrombose haben, sollten Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder Ihre Hebamme wenden. Im Krankenhaus kann ein Arzt die entsprechende Vene des Patienten mittels eines Ultraschalls überprüfen.

Sollten Sie eine Thrombose haben, kann der Arzt zum Beispiel ein gerinnungshemmendes Medikament verschreiben (Heparin). Es handelt sich dabei um ein blutgerinnungshemmendes Medikament, das der Körper schnell abbauen kann. Das Medikament kann für die weitere Schwangerschaft sowie für die ersten Wochen nach der Geburt den Patienten verschrieben werden.

Damit es nicht zu einem Blutplättchenmangel kommt, kontrolliert der behandelnde Arzt die Zahl der Blutplättchen des Patienten in regelmässigen Abständen. Das Tragen von Kompressionsstrümpfen ergänzt die medikamentöse Behandlung.

Das erhöhte Thrombose-Risiko während der Schwangerschaft ist Hebammen und Ärzten bekannt. Sie werden es daher im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen im Auge behalten. Rechtzeitig erkannt ist die Thrombose gut behandelbar.

Vorbeugung

Sie können selbst dazu beitragen, das Thrombose-Risiko zu vermindern:

  • Stellen Sie das Rauchen ein, nicht nur um den Risikofaktor einer Thrombose zu verhindern, sondern auch, um Ihr Kind vor Nikotin zu schützen.
  • Achten Sie auf eine gesunde Ernährung in der Zeit vor der Geburt und auf Ihr Gewicht. Übergewicht erhöht das Thromboserisiko.
  • Regelmässiges Wandern, Schwimmen oder Fahrradfahren verbessert die Blutzirkulation in den Beinen. Auch Yoga bietet sich an. Die Schweizer Venenclinic empfiehlt ausserdem Wasseranwendungen und gymnastische Übungen: «Mit Hilfe von unterschiedlichen Übungen können Sie Ihre Venen messbar kräftigen und Ihre Beine wirkungsvoll entstauen.»
  • Bei Langstreckenflügen sollten Sie Kompressionsstrümpfe tragen.

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