Baby > Baby KalenderDein Baby, 10 Monate alt: Spartipps für die Familie – und Hilfe beim Fremdeln Julia Wohlgemuth Kinder machen Freude, aber kosten auch Geld. Wahrscheinlich hast du längst gemerkt, dass in der Familienkasse weniger übrig bleibt als vor der Geburt. Wir zeigen dir, wo bei einem Baby wirklich Geld liegt – von der Kinderzulage bis zur Kleiderbörse. Und wir erklären, was dein Baby mit 10 Monaten schon kann, warum es jetzt fremdelt und wie du ihm durch diese Phase hilfst. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Kinder kommen leider nicht mit Koffern voller Geld, sondern kosten eine Menge. Foto: iStockphoto, Thinkstock Dein Baby mit 10 Monaten: Das kann es jetzt Mit 10 Monaten versteht dein Baby immer besser, wozu Gegenstände da sind. Hat es ein Telefon in der Hand, plappert es vielleicht schon hinein, weil es sich das bei dir abgeschaut hat. Auch den Teddy streichelt es jetzt bewusst. Manche Babys sagen in diesem Alter erste Wörter wie «Mama» oder «Papa». Doch auch ohne Worte kann sich dein Baby prima verständigen. Möchte es hochgenommen werden, streckt es dir die Ärmchen entgegen. Will es einen Gegenstand haben, zeigt es mit dem Finger darauf und lässt dazu ein paar auffordernde Töne hören. Auch feinmotorisch entwickelt sich dein Baby ständig weiter. Es wird immer geschickter darin, Dinge mit Daumen und Zeigefinger aufzunehmen. Wahrscheinlich macht es ihm jetzt Spass, Becher ineinanderzustecken oder Bauklötze in einen Eimer zu räumen. Rollst du ihm einen Ball zu, rollt es ihn mit viel Freude zurück. Aufsetzen, hochziehen, krabbeln: So mobil ist dein Baby jetzt Sofakante, Gitterstäbe, dein Hosenbein: Fast alles wird jetzt zum Griff, an dem sich dein Baby nach oben zieht. Viele Babys kommen mit 10 Monaten ohne Hilfe aus der Bauchlage in den Sitz und ziehen sich an Möbeln in den Stand. Mit einer Hand zum Festhalten bleiben sie oft eine ganze Weile stehen. Manche tasten sich bereits seitlich am Sofa entlang. Wer schon krabbelt, ist oft erstaunlich schnell unterwegs, am liebsten dorthin, wo es etwas zu entdecken gibt. Viele Babys entfernen sich jetzt auch gern ein Stück von dir, drehen sich um und vergewissern sich mit einem Blick, dass du noch da bist. Wann ein Kind welchen Schritt schafft, ist allerdings sehr verschieden. Frei sitzen heisst dabei: Einmal hingesetzt, bleibt dein Baby sicher sitzen, ohne sich mit den Händen abzustützen. Das lernen Babys irgendwann zwischen dem vierten und dem neunten Monat, frei stehen zwischen dem siebten und dem 17. Monat. Die Reihenfolge ist bei den meisten Kindern ähnlich, zwingend ist sie nicht: Etwa 4 bis 5 von 100 Kindern krabbeln nie und kommen vom Sitzen über das Stehen direkt zum Laufen.[1] Andere robben lange oder rutschen auf dem Po durch die Wohnung. Mehr zu diesen Wegen liest du im Beitrag zum Krabbeln. Wann die ersten freien Schritte folgen, erklärt der Beitrag zum Laufen lernen. Ein paar Wochen früher oder später sagen deshalb wenig. Sprich es aber in der Kinderarztpraxis an, wenn dein Baby mit 10 Monaten noch nicht frei sitzt oder über längere Zeit keine Fortschritte macht. Dasselbe gilt, wenn es auffallend schlaff oder steif wirkt, sich wenig bewegen mag oder eine Körperseite deutlich anders bewegt als die andere.[1] Verliert es etwas wieder, das es schon sicher konnte, rufst du gleich dort an und wartest nicht bis zur nächsten Vorsorgeuntersuchung. Kam dein Baby zu früh zur Welt, rechnet die Kinderärztin bei allen diesen Altersangaben vom errechneten Geburtstermin aus. Mehr Reichweite: Was du jetzt sichern solltest Sobald dein Baby selbstständig sitzt, gehört der Bettboden im Gitterbett in die unterste Position. Steht er noch weiter oben, ist jetzt der Moment, ihn umzustellen.[2] Treppen ziehen krabbelnde Kinder magisch an. Sichere sie deshalb oben und unten mit einem Treppenschutzgitter.[3] Das Hochkrabbeln an der Treppe darf dein Baby trotzdem üben, solange du direkt hinter ihm bist. Regale und Flachbildschirme schraubst du an der Wand fest, denn dein Baby zieht sich jetzt an allem hoch, was es zu fassen bekommt. Stühle, Kisten oder das Sofa gehören nicht unter ein Fenster oder ans Balkongeländer, weil sie ihm bald als Kletterhilfe dienen. Was bisher sicher auf dem Salontisch lag, erreicht es nun ebenfalls: Medikamente, Knopfbatterien, Gefässe mit heissem Inhalt und alles, was kleiner ist als ein Pingpongball, gehören ausser Reichweite. Einen Babywalker brauchst du nicht, auch nicht als Geschenk: Kinder können damit stürzen und kommen an Dinge heran, die sonst ausser Reichweite wären. Laufen lernen sie damit auch nicht schneller.[3] Eine Checkliste mit allen wichtigen Gefahrenquellen findest du in unserem Beitrag zum kindersicheren Zuhause. Fremdeln: Warum dein Baby plötzlich niemanden mehr an sich lässt Der Grossvater streckt die Arme aus, und dein Baby dreht sich weg und weint. Das ist kein Rückschritt und auch nicht die Folge von zu viel Verwöhnen. Beim Fremdeln zeigt dein Baby, dass es vertraute Menschen von fremden unterscheiden kann und sich bei dir am sichersten fühlt. Bei manchen Babys fällt der Höhepunkt genau in den zehnten Monat, bei anderen bleibt die Phase kaum spürbar. So hilfst du deinem Baby beim Fremdeln Fremdeln lässt sich nicht abtrainieren. Du kannst deinem Baby die Sache aber deutlich leichter machen: Bleib in Sichtweite. Schleich dich nicht heimlich aus dem Raum, auch wenn das Weinen dadurch kurz ausbleibt. Dein Baby lernt sonst, dass du jederzeit verschwinden kannst. Lass Besuch langsam ankommen. Wer dein Baby begrüssen möchte, setzt sich erst einmal dazu, statt gleich die Arme auszustrecken. Überlass deinem Baby das Tempo. Es entscheidet, wann es Kontakt aufnimmt. Auf den Arm gereicht zu werden, obwohl es sich wegdreht, verlängert die Phase eher. Nimm die Reaktion nicht persönlich. Weder du noch die Grosseltern haben etwas falsch gemacht. Eine kurze Erklärung an den Besuch nimmt die Peinlichkeit aus der Situation. Gib ihm etwas Vertrautes mit. Ein Nuscheli oder ein Kuscheltier hilft in Momenten, in denen du nicht direkt neben ihm sitzt. Verabschiede dich kurz und klar. Ein festes kleines Ritual wirkt besser als ein langes Zögern an der Tür. Krippe oder Tagesmutter: Jetzt mehr Zeit einplanen Fällt der Start in der Kinderkrippe oder bei der Tagesmutter mitten in diese Phase, wird die Eingewöhnung anstrengender. Lässt es sich einrichten, verschiebst du den Beginn um ein paar Wochen. Geht das nicht, plane mehr Zeit ein als vorgesehen: Dein Baby braucht Tage, in denen du zuerst dabeibleibst, bevor die ersten kurzen Trennungen kommen. Sprich die Schritte vorher mit der Betreuungsperson ab, damit ihr nicht mitten in der Eingewöhnung improvisieren müsst. Wenn dich das Weinen an die Grenze bringt oder du unsicher bist, ob die Eingewöhnung so laufen sollte: Die Elternberatung von Pro Juventute ist unter 058 261 61 61 rund um die Uhr erreichbar, und ausser den normalen Telefongebühren fallen keine Kosten an.[4] Spartipps für Familien: Wo bei einem Baby wirklich Geld liegt Kinder sind teuer. Schon jetzt kostet dich dein Baby jeden Monat einige Hundert Franken für Windeln, Nahrung und Krankenkasse. Weniger wird es nicht, je älter dein Kind wird. Dazu kommen die indirekten Kosten: Lohnausfall, wenn ein Elternteil zu Hause bleibt oder Teilzeit arbeitet, und die Betreuung, wenn beide weiterarbeiten. Oft wird mit Kind auch eine grössere Wohnung nötig. Ein Teil davon wird ausgeglichen – aber nur, wenn du das Geld auch abholst. Deshalb kommen die drei Punkte, bei denen es um die grössten Beträge geht, hier zuerst. 1. Kinderzulage: der Betrag, den du nicht liegen lassen darfst In allen Kantonen gibt es mindestens 215 Franken Kinderzulage pro Kind und Monat, und zwar ab dem Geburtsmonat. Beginnt dein Kind später eine Ausbildung nach der obligatorischen Schule, tritt an ihre Stelle die Ausbildungszulage von mindestens 268 Franken pro Monat.[5] Viele Kantone liegen über diesen Mindestansätzen. Wichtig: Die Zulage kommt nicht von allein. Angestellte melden das Kind der Arbeitgeberin, die den Antrag an die Familienausgleichskasse weiterleitet. Nachfordern kannst du die Zulage zwar bis fünf Jahre rückwirkend. Trotzdem lohnt sich die Meldung gleich nach der Geburt, sonst fehlt dir Monat für Monat ein dreistelliger Betrag im Budget.[5] Wie der Anspruch bei zwei erwerbstätigen Eltern, bei Teilzeit oder nach einem Kantonswechsel geregelt ist, steht in unserer Übersicht zu den Familienzulagen in der Schweiz. 2. Prämienverbilligung: einmal im Jahr prüfen Mit einem Kind mehr im Haushalt verschiebt sich die Rechnung bei der Krankenkasse. Ob deine Familie Anspruch auf eine individuelle Prämienverbilligung hat, hängt vom Kanton und vom steuerbaren Einkommen ab, und die Fristen sind von Kanton zu Kanton verschieden. Ein Blick lohnt sich auch dann, wenn es im Vorjahr nicht gereicht hat: Sinkt das Einkommen wegen Teilzeit, ändert sich die Ausgangslage. Wie du deinen Anspruch prüfst und wo du den Antrag stellst, zeigt unser Beitrag zur Prämienverbilligung für Familien. 3. Ein Monat Haushaltsbuch, dann ein Budget Schreib einen Monat lang auf, wofür du Geld ausgibst. Das ist mühsam und bringt trotzdem am meisten, weil sich Sparmöglichkeiten erst zeigen, wenn die Zahlen auf dem Tisch liegen. Danach stellst du ein Budget auf: Wie viel willst du wofür ausgeben, und was legst du für Zahnarzt, Steuern und Krankenkasse zur Seite? Der Dachverband Budgetberatung Schweiz stellt dafür Budgetbeispiele und Richtwerte für verschiedene Lebenslagen bereit. Sie beruhen auf Bundesstatistiken und Vergleichsportalen und sind Durchschnittswerte – gerade bei Miete, Steuern und Krankenkasse weichen die Kantone stark davon ab.[6] Eine Anleitung Schritt für Schritt findest du in unserem Beitrag Familienbudget in 30 Minuten. 4. Second Hand: bei Babysachen fast immer die bessere Wahl Ein Baby wächst schneller aus der Kleidung heraus, als sie kaputtgeht. Genau deshalb sind Kleiderbörsen, Brockenhäuser und Tauschgruppen bei Bodys, Jacken, Winterschuhen und Spielsachen so ergiebig. Wo in deiner Region die nächste Kinderkleiderbörse stattfindet, haben wir zusammengestellt. Zwei Ausnahmen solltest du dir merken: Bei Autokindersitzen und Velohelmen kaufst du nur dann gebraucht, wenn du die Vorgeschichte kennst. Nach einem Unfall können beide beschädigt sein, ohne dass man das von aussen sieht. 5. Fixkosten und Abos durchgehen Bezahlst du jeden Monat Mitgliedsbeiträge, die du gar nicht mehr nutzt? Das Fitnessabo, die Zeitschrift, der zweite Streamingdienst: Mit einem Baby verschiebt sich der Alltag so stark, dass sich diese Liste jetzt anders liest als vor einem Jahr. Auch Handyabo, Hausrat- und Haftpflichtversicherung lohnen einen Vergleich, sobald der Vertrag ohnehin zur Erneuerung ansteht. Weitere Ideen sammeln wir laufend in unseren Spartipps für Familien. Und bei allem Rechnen: Gegen Geld lässt sich das erste Lächeln deines Babys oder seine ersten Schritte ohnehin nicht aufwiegen. Vorherige Woche Nächste Woche Quellen Mark Brotzmann (Universitäts-Kinderspital beider Basel): Red flags im ersten Lebensjahr. Pädiatrie 2/2018. Abgerufen am 28.09.2026. BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung: Babybett – süsse und sorglose Träume. Abgerufen am 28.09.2026. BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung: Kindersicheres Zuhause – worauf ist zu achten? Abgerufen am 28.09.2026. Pro Juventute: Elternberatung – Telefon 058 261 61 61, rund um die Uhr, ausser den normalen Telefongebühren keine Kosten. Abgerufen am 24.08.2026. Bundesamt für Sozialversicherungen / AHV-IV: Merkblatt 6.08 – Familienzulagen (PDF), Stand 1. Januar 2025. Abgerufen am 24.08.2026. Dachverband Budgetberatung Schweiz: Budgetbeispiele und Richtwerte. Abgerufen am 24.08.2026.