Ist Ihr Kind bereit für den Kindergarten?

Und sind Sie es auch? Denn oft sind es nicht die Kinder, sondern die Eltern, denen der Kindergartenstart Sorgen macht. Ihr Kind freut sich schon zu Recht auf den Chindsgi. Dort erwarten es viele tolle, neue Herausforderungen, an denen es wachsen und selbstständig werden darf. So bereiten Sie sich alle gut auf den Chindsgi vor.

Zur Sicherheit tragen Kinder auf dem Weg in den Chindsgi orange- oder gelbfarbene Lüchzgi

Bereit für den Chindsgi? Yeah! Bild: iStock

Im Sommer ist es wieder so weit. Die Vierjährigen kommen in den Chindsgi. Zumindest in allen Schweizer Kantonen, die sich der «Interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schule» (HarmoS-Konkordat) angeschlossen haben, sind zwei Jahre Kindergarten vor der Einschulung obligatorisch. Was nach Pflicht tönt, ist aber natürlich für die allermeisten Kinder ein Datum, auf das sie sich riesig freuen. Zu Recht: Denn im Chindsgi warten jeden Tag rund zwanzig Kollegen zum Spielen. Und im Kindergarten ist jeden Tag Programm: Im Kindergarten probieren die Kinder neue Spiele aus, üben sich im Basteln, machen Experimente, Ausflüge in der Gruppe oder spielen Theater. Das können die Eltern nicht bieten. (Was Kinder im Kindergarten alles lernen, lesen Sie hier).

Vor allem Kinder, die vor dem Chindsgi noch keine Krippe besucht haben, müssen sich gleichzeitig aber auch an ein völlig neues Umfeld, neue Bezugspersonen und neue Regeln gewöhnen. Das kann in den ersten Wochen schon mal müde machen. Auch wird im Chindsgi oft mehr Selbstständigkeit verlangt, als es die Kinder von zuhause gewöhnt sind. Mit etwas Vorbereitung gelingt der Kindergartenstart aber häufig ganz leicht.

So bereiten Sie Ihr Kind auf den Chindsgi vor

1 Rechtzeitig ins Bett!

Ein ausgeschlafenes Kind ist fast das Wichtigste für einen gelungenen Start in den Kindergartentag. Das bedeutet, das Kind sollte rechtzeitig ins Bett gehen, dass es am Morgen, wenn es geweckt wird, frisch und unternehmenslustig ist. Das kann von Kind zu Kind verschieden sein. Im Durchschnitt braucht ein vierjähriges Kind etwa 10-13 Stunden. Damit es seinen Schlafrhythmus dem Kindergartenstart anpassen kann, sollten Sie bereits einige Wochen früher das Kind jeden Tag um die gleiche Zeit wecken, so als ob es in den Kindergarten geht.

2 Zmorge

Vor dem Chindsgi sollte ausreichend Zeit für ein gutes Frühstück sein. Wenn das Kind morgens lustlos im Essen herumstochert, müssen Sie es aber natürlich nicht dazu zwingen. Belassen Sie es dann bei einer Tasse Milch oder Saft und geben Sie Ihrem Kind stattdessen einen gehaltvolleren Znüni mit. So bekommen auch kleine Morgenmuffel genug Energie.

3  Loslassen und alleine machen lassen

«Wird sich mein Kind von mir trennen können?» «Wird es sich leicht in die Gruppe einfügen?» «Werden die Erzieher gut mit meinem Kind umgehen?» Das fragen Sie sich jetzt vielleicht. Tatsächlich helfen Sie Ihrem Kind am besten, wenn Sie selbst bereit sind loszulassen. Nur wenn Sie das Gefühl haben, dass alles gut kommt und es eine tolle Erfahrung und wichtige Entwicklungsstufe für Ihr Kind ist, können Sie es auch vermitteln. Spätestens, wenn Ihr Kind jetzt sagt: «Ich kann das alleine!», sollten Sie es das Kind auch alleine versuchen lassen. Unterstützen Sie Ihr Kind, wenn es aus eigenem Antrieb selbstständig sein will. Im Chindsgi ist auch nicht immer jemand da, um die Schuhe anzuziehen oder den Popo abzuwischen. 

Beispiel Aus- und Anziehen

Kinder, die in den Chindsgi gehen, sollten bereits Jacke und Schuhe alleine wechseln können. Wenn das jetzt noch nicht so gut klappt, sollten Sie es ab sofort jeden Tag einüben. Damit schaden Sie Ihrem Kind nicht. Im Gegenteil, damit stärken Sie das Selbstvertrauen Ihres Kindes. 

Beispiel WC

Kindergärten wünschen sich nicht nur, dass die Kinder windelfrei sind, sondern dass sie mit ein bisschen Hilfe, zum Beispiel beim Öffnen der Hose, selbstständig auf Toilette gehen können. Dennoch sollten Eltern, deren Kinder noch nicht immer sauber sind, gelassen bleiben. Auch ihr Kind wird nach und nach trocken werden.

Beispiel Schulweg

Es ist doch super, wenn Ihr Kind den Weg zum Chindsgi zu Fuss geht! Die Bewegung und der Sauerstoff machen wach und frisch. Aber wahrscheinlich sorgen Sie sich weniger um die Füsse, sondern, dass Ihr Kind sich nach Wunsch der Kindergärten bald ganz alleine auf den Weg machen soll. Die Kindergartenwege sind aber in der Regel von der Polizei gesichert und in den ersten Tagen können Sie Ihr Kind sicher noch bis zur Tür geleiten. Wichtig ist aber, den Weg vorher mit dem Kind einzuüben. 

4 Verkehrsregeln üben

«Warte, lose, luege». Eltern sollten sich auf dem Weg zum Kindergarten vorbildlich im Strassenverkehr verhalten, denn Kinder orientieren sich an ihren Eltern. Gehen Sie den Weg einige Wochen vor dem ersten Schultag mehrmals ab und machen Sie Ihr Kind auf Gefahrenstellen aufmerksam. Erklären Sie dabei die wichtigsten Verkehrsregeln. So lässt sich allmählich Sicherheit auf dem Schulweg gewinnen. Meist gibt es am ersten Tag im Chindsgi die orange- oder gelbfarbenen Kindergartenstreifen, die Ihr Kind auf dem Schulweg tragen sollte.

Wenn das Kind Trennungsängste hat

Einige Kinder trennen sich nur schwer von ihren Eltern. Wenn Kinder beim Abschied weinen, werden auch Eltern traurig. Stehlen Sie sich aber nicht davon, sondern sagen Sie Ihrem Kind mit einer zuversichtlichen Mimik, dass Sie jetzt gehen werden und es später wieder abholen. Die Erzieher werden aber gut aufpassen. Die Eingewöhnung müssen Eltern auch nicht alleine meistern. Die Erzieher im Kindergarten haben Erfahrungen mit Kindern, die Trennungsängste oder Heimweh haben. Sinnvoll ist es, mit ihnen das Problem zu besprechen. Die Trennung wird beispielsweise oft leichter, wenn Erzieher das Kind direkt in Empfang nehmen, herzlich begrüssen und gleich einbinden. Häufig hilft auch ein geliebter Gegenstand von zuhause, beispielsweise ein Kuscheltier.

Bei anhaltendem Heimweh sollten Eltern und Lehrer im Gespräch bleiben. Es gilt herauszufinden, in welchen Situationen das Heimweh auftritt. Warum fühlt sich das Kind in diesem Moment unwohl? Hat das Kind den Eindruck, allein gelassen oder überfordert zu sein? Ist die Ursache erkannt, lässt sich die Situation gezielt verbessern.

Services & Newsletter