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37. Schwangerschaftswoche: Übungswehe oder geht es los?

In der 37. SSW hast du 36 Wochen geschafft, und die Geburt rückt spürbar näher. Wird dein Bauch hart, fragst du dich vielleicht jedes Mal: Übungswehe oder geht es los? Ist diese Woche vorbei, gilt dein Baby nicht mehr als Frühchen. Hier liest du, woran du den Geburtsbeginn erkennst, was dein Baby jetzt noch übt und was bei einer Beckenendlage noch möglich ist.

37. SSW: Gönn dir jetzt viel Ruhe
In der 37. Schwangerschaftswoche darfst du es ruhig angehen. Bild: Antonio_Diaz, Getty Images

37. Schwangerschaftswoche

Übungswehen kommen unregelmässig und werden nicht stärker, Geburtswehen kommen immer häufiger und werden kräftiger. Regelmässige, schmerzhafte Wehen, Fruchtwasser, eine Blutung oder weniger Kindsbewegungen sind ein Grund, die Gebärabteilung anzurufen. Im Mittel wiegt dein Baby jetzt rund 2,7 bis 3 Kilo. Kommt es in dieser Woche zur Welt, ist es noch ein spätes Frühgeborenes. Liegt es noch mit dem Po nach unten, sprich spätestens jetzt mit deiner Ärztin über eine äussere Wendung.

Übungswehe oder Geburt? Anzeichen der Geburt erkennen

Dass dein Bauch ab und zu hart wird, ist jetzt normal. Übungswehen kommen einzeln und unregelmässig. Der Bauch wird für kurze Zeit fest, tut aber kaum weh, und die Kontraktionen werden nicht stärker. Geburtswehen kommen dagegen in immer kürzeren Abständen, dauern länger und werden kräftiger.

Vielleicht merkst du auch, dass dein Bauch tiefer sitzt. In den letzten Wochen vor der Geburt rutscht der Kopf deines Babys ins Becken, beim ersten Kind oft schon früh, bei weiteren Kindern manchmal erst mit Geburtsbeginn. Die Senkwehen, die das bewirken, kommen unregelmässig und fühlen sich oft wie ein Ziehen im Unterbauch oder Rücken an. Nicht alle Frauen spüren sie. Danach fällt dir das Atmen oft leichter. Dafür drückt es stärker nach unten auf Blase und Becken.

Viele Hebammen raten zu einem warmen Bad als Test: Lassen die Kontraktionen im Wasser nach, waren es eher Übungs- oder Senkwehen. Bleiben sie und werden stärker, beginnt wahrscheinlich die Geburt. Bade dabei nicht allein. Das Wasser sollte nicht wärmer als 38 Grad sein, und bleib nicht länger als 15 bis 20 Minuten drin.[1] Geht Fruchtwasser ab oder blutest du, lässt du das Bad weg und rufst an. Kommen die Kontraktionen schon regelmässig, ersetzt das Bad in dieser Woche den Anruf nicht.

Die Gebärabteilung rufst du an, wenn eines dieser Anzeichen auftritt:[1]

  • regelmässige, schmerzhafte Wehen etwa alle fünf bis zehn Minuten
  • Flüssigkeit, die aus der Scheide abgeht, also vermutlich Fruchtwasser
  • jede Blutung aus der Scheide

Melde dich auch sofort, wenn du starke Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Augenflimmern oder Schmerzen im Oberbauch hast, Fieber über 38 Grad bekommst oder dein Baby sich weniger bewegt.[1] Etwas blutig gefärbter Schleim kann ein Zeichen sein, dass sich der Muttermund öffnet. Auch dann fragst du lieber nach. Welche weiteren Anzeichen der Geburt es gibt, liest du im eigenen Artikel.

Weil dein Baby bis zum letzten Tag dieser Woche noch als spätes Frühgeborenes gilt, rufst du in dieser Woche auch dann schon an, wenn die Wehen regelmässig kommen, aber noch weiter auseinanderliegen. Bist du unsicher, gilt dasselbe. Am Telefon berät dich eine Hebamme, ob du schon kommen sollst.

Ein Blasensprung ist nicht immer ein Schwall, manchmal tröpfelt es nur. Liegt dein Baby in Beckenendlage und springt die Fruchtblase, meldest du dich sofort in der Gebärabteilung und legst dich hin, am besten mit etwas erhöhtem Becken.[2] Sitzt der Kopf deines Babys noch nicht fest im Becken, frag deine Hebamme schon jetzt, wie du dich bei einem Blasensprung verhalten und wie du ins Spital kommen sollst.

So entwickelt sich dein Baby in der 37. SSW

Dein Baby legt weiter zu. Zu Beginn der 37. SSW, mit 36 vollendeten Wochen, wiegt es im Mittel rund 2,7 Kilo, am Ende der Woche knapp 3 Kilo. Die Spannbreite ist gross. 95 von 100 Babys wiegen mit 36 Wochen zwischen 2,1 und 3,4 Kilo.[3] Wie gross dein Baby ist, lässt sich im Bauch nur grob schätzen.

Jetzt übt es, was es nach der Geburt zum Trinken braucht. Es lutscht am Daumen und stärkt so die Muskeln, mit denen es bald an der Brust oder am Schoppen saugt. Es schluckt Fruchtwasser, blinzelt und greift zu, wenn ihm die Nabelschnur zwischen die Finger gerät.

Die feine Lanugobehaarung, die seinen Körper lange bedeckt hat, verschwindet in den letzten Wochen nach und nach. Manche Babys haben bei der Geburt noch Reste davon, die von selbst ausfallen. Wie viel Kopfhaar dein Baby mitbringt, ist sehr unterschiedlich: Manche kommen mit dichtem Schopf, andere fast kahl. Die ersten Haare fallen in den ersten Lebensmonaten oft aus, gut sichtbar am Hinterkopf. Das ist normal. Neue wachsen nach.

Auch für den Start in die Welt sorgt dein Körper vor. Über die Plazenta bekommt dein Baby im letzten Schwangerschaftsdrittel besonders viele Antikörper von dir. Dieser Nestschutz hilft ihm, solange sein eigenes Immunsystem noch unreif ist. Stillst du, bekommt es mit der Muttermilch weitere Abwehrstoffe dazu.

Frühchen oder nicht? Was 37+0 bedeutet

Die 37. SSW dauert von 36+0 bis 36+6. Die Schreibweise zählt vollendete Wochen: 36+0 heisst 36 Wochen und 0 Tage. Als Frühgeborenes gilt ein Baby, das vor 37+0 zur Welt kommt. Kommt dein Kind in dieser Woche, ist es also noch ein spätes Frühgeborenes. So heissen alle Babys, die zwischen 34+0 und 36+6 geboren werden.[4]

Späte Frühgeborene haben öfter Startschwierigkeiten als Kinder, die am Termin geboren werden. Manche haben anfangs Mühe mit dem Atmen oder machen Atempausen, trinken schlecht, haben einen zu tiefen Blutzucker oder eine stärkere Gelbsucht. Über alle späten Frühgeborenen von 34+0 bis 36+6 gerechnet treten solche frühen Probleme bei rund 22 Prozent auf, bei Termingeborenen bei 3 Prozent.[4] Ein Baby aus der 37. SSW gehört dabei zu den reifsten dieser Gruppe.

Ab 37+0, also ab der 38. SSW, gilt dein Baby als termingeboren. Planst du eine Geburt im Geburtshaus oder zu Hause, ist das in der Regel erst ab dann möglich. Kläre deshalb schon jetzt mit deiner Hebamme, in welches Spital du gehst, falls die Wehen oder ein Blasensprung vor 37+0 kommen. Mehr darüber, was eine zu frühe Geburt bedeutet, liest du im Artikel zur Frühgeburt.

Dein Körper in der 37. SSW

Die Müdigkeit aus den ersten Wochen kommt bei vielen zurück. Schlafen fällt mit dem grossen Bauch schwerer, und Alltägliches wie Einkaufen oder Autofahren wird anstrengend. Weil der Kopf des Babys auf die Blase drückt, musst du vielleicht noch öfter aufs WC. Nimm Hilfe an, wo du sie bekommst, und lass liegen, was warten kann.

Auch wenn es im Bauch eng wird: Dein Baby sollte sich weiter in seinem gewohnten Rhythmus bewegen. Bewegt es sich weniger als sonst oder spürst du es gar nicht mehr, meldest du dich sofort bei deiner Ärztin, deiner Hebamme oder in der Gebärabteilung.[1]

37. SSW: Liegt dein Baby noch mit dem Po nach unten?
Liegt dein Baby noch mit dem Po nach unten? Ein paar Möglichkeiten gibt es jetzt noch. Bild: Eraxion/iStock, Thinkstock

Beckenendlage in der 37. SSW: Was jetzt noch möglich ist

Die meisten Babys drehen sich bis zur Geburt mit dem Kopf nach unten. Am Termin liegen noch 3 bis 5 Prozent in Beckenendlage, also mit dem Po voran. Oft findet sich dafür kein Grund.[5]

Vielleicht kennst du die indische Brücke schon. Dabei liegst du auf dem Rücken, die Unterschenkel liegen waagrecht auf einem niedrigen Tisch oder Stuhl, und ein Keilkissen hebt dein Becken an. So bleibst du ein- bis zweimal täglich etwa 10 bis 15 Minuten und atmest ruhig.[5] Dass sich das Baby dadurch häufiger dreht, ist allerdings nicht belegt. In Studien mit zusammen 417 Frauen lagen am Ende ähnlich viele Babys in Beckenendlage wie ohne Übung, und es gab ähnlich viele Kaiserschnitte.[6]

Die zweite Möglichkeit ist die äussere Wendung. Dabei dreht eine erfahrene Ärztin oder ein erfahrener Arzt dein Baby mit den Händen von aussen durch die Bauchdecke. Je nach Spital geschieht das ab 36+0[2] oder ab 37+0.[5] Nicht jede Frau kann gewendet werden, zum Beispiel nicht bei Zwillingen, nach einem Blasensprung oder wenn schon Wehen eingesetzt haben.[2]

Die Wendung findet im Gebärsaal statt. Du kommst dafür morgens nüchtern. Dein Baby wird vorher und nachher per CTG überwacht, und ein Team steht bereit, falls ein Kaiserschnitt nötig wird. Am nächsten Tag wirst du noch einmal kontrolliert. Bist du rhesusnegativ, bekommst du nach der Wendung eine Anti-D-Spritze. Die Wendung gelingt etwa bei jeder zweiten Frau. Liegt dein Baby danach mit dem Kopf nach unten, ist eine normale Geburt aus Schädellage möglich. Bei bis zu drei von zehn Babys wird der Herzschlag während oder nach dem Eingriff vorübergehend langsamer. Auch ernstere Komplikationen wie eine Ablösung der Plazenta oder Probleme mit der Nabelschnur sind möglich. Ein Kaiserschnitt wegen einer Komplikation ist sehr selten nötig.[2]

Dreht sich dein Baby nicht, kannst du je nach Situation trotzdem normal gebären oder einen Kaiserschnitt planen. Das besprichst du mit deiner Ärztin und dem Spital.[2] Mehr über Ursachen und Geburtswege liest du im Artikel zur Beckenendlage.

Die letzten Tage vor der Geburt

Nutze die ruhigen Tage für das, was dir nach der Geburt das Leben leichter macht. Koche ein paar Gerichte vor und friere sie ein. Frag Familie oder Freundinnen, wer dir im Wochenbett beim Einkaufen oder mit den Geschwistern hilft. Grosse Projekte und Reisen verschiebst du besser auf später.

Schreib dir die Fragen auf, die dich vor der Geburt beschäftigen, und nimm sie zur nächsten Kontrolle mit: zur Schmerzlinderung, zu einem Kaiserschnitt oder dazu, was bei einem Blasensprung passiert. Rechne nicht fest mit dem errechneten Termin. Die meisten Babys kommen irgendwann in den Wochen davor oder danach, nur wenige genau an diesem Tag.

Quellen

  1. Spital Thurgau, Kantonsspital Frauenfeld: Wegleitung für Schwangere (PDF), 2024, abgerufen am 30.09.2026.
  2. Luzerner Kantonsspital, obsgyn-wiki: Äussere Wendung bei Beckenendlage (fachliche Weisung, gültig bis 31.12.2026), abgerufen am 30.09.2026.
  3. Kiserud T. et al.: The World Health Organization Fetal Growth Charts: A Multinational Longitudinal Study of Ultrasound Biometric Measurements and Estimated Fetal Weight, PLOS Medicine 2017 (Tabelle 11; international), abgerufen am 30.09.2026.
  4. Nelle M., Leone A., Pfister R.: Späte Frühgeborene (late preterms) – Risikogeborene!, Paediatrica 2/2018, pädiatrie schweiz, abgerufen am 30.09.2026.
  5. Spital Uster: Tipps bei Beckenendlage (Merkblatt, PDF), 2022, abgerufen am 30.09.2026.
  6. Hofmeyr G. J., Kulier R.: Cephalic version by postural management for breech presentation, Cochrane Database of Systematic Reviews 2012 (international), abgerufen am 30.09.2026.

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