Schwangerschaft > Schwangerschaftskalender23. Schwangerschaftswoche: Dein Baby hört erste Töne, dein Bauch wird manchmal hart Sieglind Riedel In der 23. Schwangerschaftswoche, kurz 23. SSW, hast du 22 Wochen geschafft. Dein Baby legt weiter an Gewicht zu, und sein Gehör beginnt zu arbeiten. Vielleicht merkst du zwischendurch, wie dein Bauch hart wird und danach wieder weich. Meist sind das harmlose Übungswehen. Trotzdem lohnt es sich zu wissen, wann du besser anrufst. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Regelmässige Bewegung beugt Verstopfung vor. Bild: Vasyl Dolmatov, Getty Images 23. Schwangerschaftswoche Am Ende dieser Woche wiegt dein Baby gut ein halbes Kilo und nimmt erste Töne wahr. Seine Lunge braucht dagegen noch viele Wochen. Wird dein Bauch regelmässig hart, meldest du dich bei deiner Hebamme oder Ärztin. Und falls der zweite Routine-Ultraschall noch aussteht: Jetzt ist die letzte Woche dafür. So entwickelt sich dein Baby in der 23. SSW Dein Baby legt jetzt jede Woche knapp 100 Gramm zu. Am Ende der 23. SSW, also mit 23 vollendeten Wochen, wiegt es im Mittel rund 565 Gramm. Die meisten Babys liegen zwischen 450 und 700 Gramm. Der Kopf misst im Ultraschall von Seite zu Seite knapp sechs Zentimeter. Die Körperlänge misst der Ultraschall nicht direkt, dafür den Oberschenkelknochen: Er ist mit 23 Wochen rund vier Zentimeter lang.[1] Augenbrauen und Wimpern bilden sich, die Augenlider bleiben aber noch einige Wochen geschlossen. Mit seinen Händen ist dein Baby viel beschäftigt: Es berührt die eine Hand mit der anderen und greift nach der Nabelschnur, wenn es sie zufällig erwischt. Ruhige und aktive Phasen wechseln sich ab. Einen richtigen Schlaf-Wach-Rhythmus entwickelt es erst später. Manchmal zuckt es rhythmisch, fast wie ein Klopfen von innen. Das ist Schluckauf, und der ist völlig normal. Viele Schwangere spüren ihn irgendwann in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft. Darm und Lunge: Was schon funktioniert und was noch nicht Dein Baby schluckt regelmässig Fruchtwasser, und sein Darm arbeitet bereits. Darin sammelt sich der erste Stuhl, das Kindspech. Ernährt wird dein Kind aber weiterhin über die Plazenta. Aromen aus deinem Essen gelangen übrigens auch ins Fruchtwasser, das dein Baby schluckt. Bis zur Lungenreife dauert es dagegen noch lange. Die Lunge steckt mitten in einer Phase, in der sich die feinen Luftwege und Blutgefässe erst anlegen. Damit sie nach der Geburt atmen kann, braucht sie Surfactant. Dieser Stoff kleidet die Lungenbläschen aus und verhindert, dass sie beim Ausatmen zusammenfallen. Die Zellen, die ihn bilden, reifen erst zwischen etwa 24 und 34 Wochen heran. Kommt ein Baby vor etwa 35 Wochen zur Welt, kann seine Lunge deshalb noch zu unreif sein, um ganz ohne Hilfe zu atmen.[2] Viele Frühgeborene haben Mühe mit der Atmung: Oft fehlt ihnen genügend Surfactant, und es kommt häufig zu einem Atemnotsyndrom.[3] Was eine zu frühe Geburt bedeutet, liest du im Artikel über die Frühgeburt. Deine Stimme kommt im Bauch kaum gedämpft an. Bild: Eraxion/iStock, Thinkstock Hört dein Baby dich schon? Ein bisschen, ja. Mit etwa 23 Wochen beginnt das Gehör zu arbeiten, ganz ausgereift ist es mit etwa 31 Wochen. Erste Reaktionen auf Töne zeigen sich ab etwa 23 Wochen, zuerst auf tiefe und erst Wochen später auch auf hohe. Verlässlich reagieren alle Babys erst mit 28 bis 30 Wochen. Geräusche von aussen werden durch deinen Bauch gedämpft. Deine eigene Stimme kommt dagegen kaum gedämpft bei deinem Kind an.[4] Kann sich dein Baby später an ein Lied erinnern, das du ihm jetzt vorsingst? Studien zeigen, dass Neugeborene Klänge wiedererkennen, die sie vor der Geburt oft gehört haben. Beschallt wurden die Babys dabei aber meist im letzten Schwangerschaftsdrittel, und ab wann der Effekt beginnt, ist offen.[4] Singen und reden kannst du trotzdem so viel du magst. Auch dein Partner darf gern mit dem Bauch sprechen. Dein Körper in der 23. SSW Nach etwa 20 Wochen reicht deine Gebärmutter bis auf Höhe des Bauchnabels, danach wächst sie weiter nach oben.[5] Der Nabel wird dabei flacher, und bei manchen Frauen stülpt er sich nach aussen. Nach der Geburt zieht er sich meist wieder zurück. Tut er weh, wölbt sich dort eine Beule vor oder verfärbt er sich, lass das rasch ärztlich anschauen. Selten steckt ein Nabelbruch dahinter. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel sinkt der Blutdruck meist etwas ab, obwohl die Blutmenge im Lauf der Schwangerschaft um fast die Hälfte zunimmt.[5] Stehst du zu schnell auf, wird dir deshalb leicht schwindlig. Steh langsam auf und setz dich hin, sobald sich alles dreht. Im Liegen entlastet dich die linke Seitenlage, weil die Gebärmutter dann weniger auf die grosse Vene drückt, die das Blut aus den Beinen zurückführt. Wird dir auch ohne schnelles Aufstehen schwindlig oder benommen, hast du starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Herzrasen oder Atemnot, meldest du dich umgehend bei deiner Ärztin.[5] Bist du ohnmächtig geworden, meldest du dich ebenfalls umgehend bei deiner Ärztin, auch wenn es beim schnellen Aufstehen passiert ist. Auch die Verdauung wird träger. Das Schwangerschaftshormon Progesteron bremst die Darmbewegungen, und die wachsende Gebärmutter drückt auf den Darm. Ballaststoffreiches Essen, viel Trinken und regelmässige Bewegung beugen Verstopfung vor.[5] Was sonst noch gegen Verstopfung hilft, erfährst du im Artikel über Verstopfung in der Schwangerschaft. Harter Bauch in der Schwangerschaft: Übungswehen oder vorzeitige Wehen? Wird dein Bauch für einen Moment hart und entspannt sich dann wieder, sind das meist Übungswehen, die manche auch Vorwehen nennen. Die Gebärmutter spannt sich dabei an, ohne dass sich etwas am Muttermund tut. Übungswehen kommen unregelmässig, sind eher unangenehm als schmerzhaft und lassen oft nach, wenn du dich hinlegst oder die Position wechselst. Wie du sie von echten Wehen unterscheidest, liest du im Artikel über Übungswehen. Anders ist es, wenn der Bauch in einem Rhythmus hart wird oder wenn du Schmerzen oder Krämpfe im Unterbauch hast. Dann meldest du dich umgehend bei deiner Hebamme oder Ärztin.[5] Dauern die Wehen länger als eine Stunde, kommen sie alle fünf bis zehn Minuten und halten sie jeweils länger als 30 Sekunden an, gehst du ins Spital. Dasselbe gilt, wenn Fruchtwasser abgeht, tröpfchenweise oder im Schwall, und wenn du blutest.[3] Bist du unsicher, ruf lieber einmal zu viel an. Was jetzt ansteht: Ultraschall und Geburtsort Die Grundversicherung bezahlt in einer normalen Schwangerschaft zwei Routine-Ultraschalluntersuchungen. Den zweiten übernimmt sie in der 20. bis 23. Schwangerschaftswoche, Franchise und Selbstbehalt fallen dabei weg.[6] Hattest du ihn noch nicht, frag in deiner Praxis jetzt nach einem Termin. Langsam ist es auch Zeit, dir zu überlegen, wo du gebären möchtest: im Spital, in einem Geburtshaus oder zu Hause. Die Grundversicherung übernimmt alle drei Varianten, sofern das Spital oder Geburtshaus auf der Spitalliste deines Wohnkantons steht. An einen Geburtsvorbereitungskurs zahlt sie einen Beitrag.[6] Liegt dein Wunschort in einem anderen Kanton, klär vorher mit deiner Krankenkasse, was sie übernimmt. Schau dir mögliche Orte an, frag im Freundeskreis nach Erfahrungen und melde dich früh an. Für eine Hausgeburt suchst du dir rechtzeitig eine Hebamme. Wie du den passenden Geburtsort findest, zeigt dir unser Ratgeber. Quellen Kiserud T. et al.: The World Health Organization Fetal Growth Charts: A Multinational Longitudinal Study of Ultrasound Biometric Measurements and Estimated Fetal Weight, PLOS Medicine 2017 (Tabellen 6, 9 und 11; international), abgerufen am 30.09.2026. Nkadi P. O., Merritt T. A., Pillers D. M.: An Overview of Pulmonary Surfactant in the Neonate: Genetics, Metabolism, and the Role of Surfactant in Health and Disease, Molecular Genetics and Metabolism 2009 (USA), abgerufen am 30.09.2026. Universitätsspital Zürich USZ: Frühgeburt, abgerufen am 30.09.2026. Movalled K. et al.: The impact of sound stimulations during pregnancy on fetal learning: a systematic review, BMC Pediatrics 2023 (Iran), abgerufen am 30.09.2026. MSD Manual, Ausgabe für Patienten: Körperliche Veränderungen während der Schwangerschaft (USA), abgerufen am 30.09.2026. Bundesamt für Gesundheit BAG: Krankenversicherung: Leistungen bei Mutterschaft, abgerufen am 30.09.2026.