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34. Schwangerschaftswoche: Das Baby beginnt sich zu drehen

Inzwischen hat sich bei Ihrem Kind auch die Augenfarbe entwickelt. Für Ihre Ernährung ist Milch jetzt besonders wichtig, da das Baby extra Kalzium benötigt. Wenn Sie in der 34. Schwangerschaftswoche noch fliegen, sollten Sie sich bei der Airline nach den Flugbestimmungen in der Schwangerschaft erkundigen.

Ernähren Sie sich zum Ende der Schwangerschaft bewusst gesund.

Trinken Sie nun viel Milch und essen Sie eisenreiche Nahrungsmittel. Foto: Purestock, Thinkstock

34. Schwangerschaftswoche

Die 34. SSW ist der optimale Zeitpunkt, um mit Himbeerblättertee und der Dammmassage zu beginnen. So bereiten Sie das Gewebe auf die anstehende Geburt vor.

Himbeeren sind so fein! In dieser Woche der Schwangerschaft geht es allerdings nicht um die Frucht, sondern um die Blätter der Beere. Die Himbeere zählt dank ihrer Blätter zu den alten Heilpflanzen für Frauen. Diese sollen die Muskulatur lockern, den Muttermund weicher machen und den Körper entgiften.

Ihr Körper in der 34. SSW

Ab der 34. Woche empfehlen Hebammen Schwangeren deshalb, täglich drei bis vier Tassen Himbeerblättertee zu trinken. Die Wirkung des Tees ist jedoch nicht wissenschaftlich bewiesen. Doch die Erfahrungswerte sprechen für sich. Den Tee nicht oder nur mit grosser Vorsicht geniessen, sollten Schwangere mit einem leicht geöffnetem Muttermund oder frühen Wehen.

Um sich gut auf die Geburt vorzubereiten, gibt es noch einen zweiten Hebammentipp: die Dammmassage. Zwischen Scheide und After befindet sich der Gewebe, das durch die Dammmassage geschmeidig und dehnbar wird. Das Risiko für einen Dammschnitt oder einen Dammriss ist umso geringer, je weicher es während der Geburt ist. Der Damm ist einem massiven Druck ausgesetzt, wenn das Köpfchen Ihres Kindes geboren wird. Drei- bis viermal wöchentlich sollte der Damm mit einem hochwertigen Öl massiert werden. Das Gewebe ist besser durchblutet und weich, wenn Sie die Massage nach einem Bad durchführen. Dabei ist ganz wichtig, dass Sie keine Schmerzen empfinden!

Sie schaffen es nun nicht mehr, normale Portionen zu essen, da das Kind fleissig zunimmt. Dennoch ist das Essen in der Schwangerschaft wichtig. Ihre Energiereserven auszufüllen, ist dabei nicht das Ziel. Für die Entwicklung der Knochen braucht das Baby gerade jetzt viel Kalzium. Unter anderem sind Hülsenfrüchte, Tofu und Milchprodukte gute Kalziumlieferanten.

In diesen Wochen spüren viele Schwangere ein Ziehen an der Gebärmutter. Wahrscheinlich sind das die «Braxton-Hicks-Kontraktionen». Im 19. Jahrhundert beschrieb der englische Geburtshelfer John Hicks diese zum ersten Mal, weshalb sie nach ihm benannt sind. Am oberen Gebärmutterrand, dem Fundus, beginnen diese schmerzfreien Kontraktionen. Sie ziehen sich dann die Gebärmutter hinunter und verhärten sich etwa 30 Sekunden.

Die Gebärmutter trainiert dadurch für die Geburt. Nebenbei wird die Durchblutung der Plazenta durch die Kontraktionen verbessert. Manche Frauen nehmen sie sehr stark wahr, wohingegen andere sie gar nicht spüren oder nur schwer von Vorwehen unterscheiden können. Wenden Sie sich im Zweifelsfall direkt an Ihre Hebamme. Die Gefahr einer Frühgeburt wird umso höher, je länger die Kontraktionen in der Schwangerschaft anhalten.

Wenn die Fruchtblase vorzeitig platzt, ist eine Frühgeburt unvermeidbar. Nur in 15 Prozent der Schwangerschaften kommt das jedoch vor. Ob es sich um Urin oder wirklich um Fruchtwasser handelt, versichern ein Teststreifen oder eine Probe für den Arzt. Die Infektionsgefahr für Mutter und Baby in der Schwangerschaft erhöht sich, sollte es sich um Fruchtwasser handeln. Die Geburt wird in der Regel eingeleitet, wenn in den nächsten 24 Stunden keine Wehen einsetzen. Voraussetzung ist, dass Sie mindestens in der 34. Schwangerschaftswoche sind.

Ein wichtiger Indikator für das Wohlbefinden des Babys ist die Fruchtwassermenge. Sie zeigt an, dass Nieren und Stoffwechsel des Kindes funktionieren. Bei Ultraschalluntersuchungen wird die Menge regelmässig bestimmt. Um das Baby herum befindet sich Flüssigkeit, dessen Tiefe gemessen wird. Ein Mangel ist immer ernst zu nehmen. Eine rasche Entbindung kann in manchen Fällen notwendig werden.

In der 34. SSW ist die Lunge weit entwickelt.

Die Lunge ist in der 34. SSW bereits weit entwickelt, aber erst zum Ende der 37. Woche ist das Baby kein Frühchen mehr. Bild: iStock, Thinkstock

Die Entwicklung Ihres Babys im Bauch

In der 34. Schwangerschaftswoche, der zweiten Woche des 9. Monats, wiegt Ihr Baby rund 2250 Gramm und ist 45 Zentimeter gross. Für die Abwehr von Krankheiten nach der Geburt rüstet sich das Immunsystem der Schwangeren und wird widerstandsfähiger. Vor allem Antikörper aus dem Blut der Mutter sind dafür verantwortlich. Das Kind wird nach der Geburt durch die Muttermilch mit weiteren Antikörpern versorgt, bis es diese selbst bilden kann.

In der 34. Schwangerschaftswoche reift die Lunge Ihres Kindes sehr schnell. Dabei wird Cortiosol von den Adrenalindrüsen freigesetzt, und zwar zehnmal so viel wie bei einem Erwachsenen. Die Produktion von Surfactant wird wiederum durch das Hormon angeregt. Die Schleimhäute der Lunge stellen dieses Lipid her. Das Zusammenfallen der Lungenflügel beim Ausatmen wird durch den dünnen Film, der die Lungenbläschen überzieht, verhindert.

Einige Tage oder Wochen müsste das Baby beatmet werden, würde es in dieser Woche geboren werden. Frühchen, die vor der 34. Schwangerschaftswoche geboren werden, bekommen eine Kortisoninjektion, welche die Bildung von Surfactant anregt. Die Entwicklung ist nach der 36. Schwangerschaftswoche so weit, dass die Kleinen fast schon alleine atmen können. Das Surfactant wird ab der 34. Schwangerschaftswoche in ausreichender Menge gebildet. Ihr Kind hat also mit der vollendeten 34. Woche der Schwangerschaft wieder eine grosse Hürde gemeistert.

Ob Sie stehen, sitzen oder liegen spürt Ihr Baby nun genau. Sein Bedürfnis nach Ruhe fällt leider selten mit Ihrem zusammen. Häufig beginnt das Gestrampel, sobald Sie sich einmal hinlegen. Einen Vorteil hat dies auch: Das Bewegungsmuster Ihres Kindes können Sie so gut beobachten. Spüren Sie Veränderungen, ist Vorsicht geboten. Eine plötzliche Stille im Bauch, sollte schnell untersucht werden, um eine Unterversorgung Ihres Kindes auszuschliessen.

Im 9. Monat haben Babys für gewöhnlich einen eigenen Schlaf- und Wachrhythmus. Wenn sie knapp eine Stunde geschlafen haben, sind sie danach wieder genauso lange wach. Unter den geschlossenen Augenlidern rollt der Augapfel und auch im Schlaf bewegen sie sich. Dann träumen sie. Die sogennante «REM-Phase» bezeichnen Wissenschaftler das Rapid Eye Movement.

Die meisten Kinder drehen sich in der 34. Schwangerschaftswoche in die Geburtsposition im Bauch. Dabei liegt der Kopf unten im Becken. Noch bis zur 36. Schwangerschaftswoche bleibt Zeit, sollte die Drehung im Bauch noch nicht geschafft sein. Sogar noch etwas länger beim zweiten Kind. In der ungünstigen Beckenendlage bleibt das Baby nur selten bis zur Geburt. Auch jetzt noch können Hebammen und Ärzte versuchen, das Kind zu wenden. Viele Kliniken planen heute einen Kaiserschnitt, falls dies nicht gelingen sollte. Komplikationen für Schwangere und Babys sollen so vermieden werden. In der 38. SSW findet der Kaiserschnitt meist statt.

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