Schwangerschaft > Schwangerschaftskalender40. SSW: Der Geburtstermin ist da – und was, wenn dein Baby sich noch Zeit lässt? Sieglind Riedel In der 40. SSW rückt der errechnete Geburtstermin heran, und jedes Ziehen im Bauch könnte der Anfang sein. Viele Frauen sind jetzt ungeduldig, manche auch verunsichert: Woran merke ich, dass es losgeht? Wann fahre ich ins Spital? Und was passiert, wenn der Termin verstreicht und sich nichts tut? Hier findest du die Antworten, und auch, was die bekannten Tricks zum Wehenanregen wirklich taugen. Kommentare Teilen Facebook X / Twitter WhatsApp E-Mail Merken Der Termin ist da, jetzt heisst es noch ein wenig Geduld haben. Bild: damircudic, Getty Images 40. Schwangerschaftswoche Der errechnete Termin liegt am Ende dieser Woche. Er ist eine Schätzung, kein Versprechen: Viele Babys kommen ein paar Tage früher oder später. Ruf in der Gebärabteilung an, wenn du regelmässige Wehen alle fünf bis zehn Minuten hast, Fruchtwasser verlierst, blutest oder dein Baby sich weniger bewegt als sonst. Verstreicht der Termin, wirst du engmaschiger kontrolliert. Einen Kaiserschnitt braucht es allein deswegen nicht: Eine Woche nach dem Termin kann man die Geburt einleiten, und je länger es danach dauert, desto deutlicher wird dazu geraten. So entwickelt sich dein Baby in der 40. SSW Ärztinnen und Hebammen zählen in vollendeten Wochen und schreiben das so: 39+0 heisst 39 Wochen und 0 Tage. Die 40. SSW reicht damit von 39+0 bis 39+6, und der errechnete Termin ist der Tag 40+0. Reif geboren ist ein Baby schon ab 37+0, und auch nach dem Termin gilt es bis 41+6 als termingeboren.[4] Babys, die am Termin oder in den Tagen danach zur Welt kommen (40+0 bis 40+6), wiegen im Mittel knapp 3,5 Kilogramm, wenn es Mädchen sind, und gut 3,6 Kilogramm, wenn es Knaben sind. Sie messen im Mittel rund 52 Zentimeter. Die Spannweite ist gross: Vier von fünf Mädchen wiegen zwischen rund 2,9 und 4,0 Kilogramm, vier von fünf Knaben zwischen rund 3,1 und 4,2 Kilogramm.[4] Dein Baby ist jetzt bereit. Bis zur Geburt versorgt es weiter die Plazenta. Bewegt es sich weniger als sonst oder spürst du es gar nicht mehr, ruf sofort in der Gebärabteilung an, auch nachts.[3] Dein Körper in der 40. SSW Vielleicht wird dein Bauch jetzt öfter hart. Vielleicht ziehen schon Wehen durch Bauch und Rücken, aber noch unregelmässig. Solange sie unregelmässig kommen oder mehr als zehn Minuten auseinanderliegen, kannst du meist noch zu Hause bleiben. Wärme auf Bauch oder Rücken, etwa mit einer Bettflasche, tut vielen gut, ebenso eine Dusche oder ein Bad. Auch Ablenkung hilft, zum Beispiel ein Spaziergang, ein Buch oder Musik. Wenn es losgeht, atme ruhig und tief.[2] Badest du, dann nicht länger als 15 bis 20 Minuten und in Wasser, das nicht wärmer als 38 Grad ist.[3] Lass dir die letzten Tage nicht von Ratschlägen und Nachfragen verderben. Was dir guttut, darfst du jetzt tun. Es muss nichts mit der Geburt zu tun haben. Anzeichen der Geburt: Wann du dich in der Gebärabteilung meldest Ruf in der Gebärabteilung an, bevor du losfährst. Dort nimmt rund um die Uhr eine Hebamme ab und sagt dir, ob du kommen sollst. Nur im Notfall, etwa bei einer starken Blutung oder wenn das Baby schon kommt, wählst du direkt den Notruf 144. Melde dich in der Gebärabteilung, wenn du regelmässige, schmerzhafte Wehen alle fünf bis zehn Minuten hast, Fruchtwasser abgeht oder du das vermutest, du plötzlich blutest, mehr als ein bisschen blutiger Schleim, dein Baby sich weniger bewegt als sonst, du unsicher bist, dich unwohl fühlst oder Fragen hast,[2] du Fieber über 38 Grad, starke Bauchschmerzen, starke Kopfschmerzen, Augenflimmern oder Schmerzen im Oberbauch hast.[3] Viele Frauen fürchten, es nicht rechtzeitig ins Spital zu schaffen. Eine Sturzgeburt ist aber äusserst selten und verläuft meist ohne Komplikationen. Ist es nicht dein erstes Kind oder hast du einen weiten Weg, besprich trotzdem schon vorher mit deiner Hebamme oder der Gebärabteilung, wann du losfahren sollst. Lässt sich der Pressdrang unterwegs nicht mehr aufhalten, gib ihm nach und ruf den Notruf 144.[2] Woran du einen Blasensprung erkennst, liest du im Beitrag zum Blasensprung. So läuft die Geburt ab Die Geburt beginnt mit regelmässigen, schmerzhaften Wehen, die den Muttermund öffnen. In der ersten, oft langen Latenzphase öffnet er sich auf etwa vier bis sechs Zentimeter. Danach folgt die aktive Eröffnungsphase bis zur vollständigen Öffnung. Von ihrem Beginn bis zur Geburt dauert es bei einem ersten Kind meist 8 bis 18 Stunden, bei einem weiteren Kind meist 5 bis 12 Stunden.[5] Ist der Muttermund ganz offen, beginnt die Austrittsphase. Zuerst rutscht das Baby tiefer, dann kommt der Pressdrang, und mit ihm wird dein Baby geboren. In der Nachgeburtsphase lösen sich schliesslich Plazenta und Eihäute.[5] Was in jeder Phase passiert und was dir hilft, erklärt der Beitrag Geburtsphasen. Termin vorbei: Das passiert jetzt Geht der Termin vorbei, sprechen Fachleute bis 41+6 von einer Terminüberschreitung. Erst ab 42+0, also zwei Wochen nach dem Termin, gilt eine Schwangerschaft als übertragen. Weicht der Termin aus dem frühen Ultraschall um fünf Tage oder mehr von dem nach der letzten Periode ab, wird er in der Schweiz korrigiert.[1] Alle Fristen in diesem Abschnitt zählen dann ab dem korrigierten Termin. Ab dem Termin wirst du engmaschiger kontrolliert.[1] Mit einem CTG werden die Herztöne deines Babys und deine Wehen aufgezeichnet, im Ultraschall werden Fruchtwasser, Lage und Wachstum des Kindes geprüft. In manchen Spitälern folgen eine Kontrolle bei 40+5 und ab 41+0 Kontrollen alle zwei Tage.[2] Zeigen die Kontrollen etwas Auffälliges, etwa im CTG, wird nicht weiter abgewartet: Dann soll dein Baby zeitnah geboren werden.[1] Einen Kaiserschnitt braucht es allein wegen eines verstrichenen Termins nicht. Ist alles unauffällig, ist der übliche Weg eine Einleitung der Geburt, und dafür gibt es Stufen: Ab 41+0 kann sie angeboten werden, ab 41+3 sollte sie empfohlen werden, und ab 42+0 soll sie dringend empfohlen werden. Das Risiko für dein Baby ist absolut gesehen niedrig, nimmt aber stetig zu.[1] Manche Spitäler warten nicht bis 42+0: Sie empfehlen die Einleitung allgemein ab 41+3 und raten, nicht über 41+5 hinaus abzuwarten.[2] Wie es nach dem Termin weitergeht, liest du im Beitrag Übertragene Schwangerschaft. Kannst du die Wehen selbst anregen? Rizinusöl, Nelkenöl-Tampons, Sex, Akupunktur, Brustwarzenstimulation oder homöopathische Mittel: Die Liste der Hausmittel ist lang. Die Belege sind dünn. Keines dieser Mittel ist ausreichend untersucht, deshalb wird keines zur Einleitung empfohlen. Rizinusöl, die Grundlage des Wehencocktails, soll ausdrücklich nicht zu Hause genommen werden: Es kann die Gebärmutter überreizen, und es verursacht oft Übelkeit und Durchfall.[1] Einen Wehencocktail trinkst du deshalb nicht auf eigene Faust. Auch im Spital ist er zu wenig untersucht, um als Einleitung empfohlen zu werden.[1] Am Termin kann dir die Hebamme oder Ärztin eine Eipollösung anbieten. Dabei löst sie bei einer Untersuchung die Fruchtblase mit dem Finger etwas vom unteren Teil der Gebärmutter. Danach setzen die Wehen etwas häufiger von selbst ein. Die Untersuchung kann wehtun, und eine leichte Blutung danach ist meist harmlos.[1] Mehr zu Wehencocktail, Himbeerblättertee und anderen Mitteln findest du im Beitrag Wehen fördern. Was jetzt wichtig ist Die Nummer der Gebärabteilung liegt griffbereit, die Kliniktasche steht gepackt. Verstreicht der Termin, nimm die Kontrolltermine wahr. Hör auf dein Bauchgefühl und ruf lieber einmal zu viel an. Rizinusöl und Wehencocktail nimmst du nicht auf eigene Faust. Kurz vor der Geburt liegt dein Baby meist mit dem Kopf nach unten. Bild: © iStock, Thinkstock Wie es nach der Geburt weitergeht, erfährst du im Babykalender: Dein Baby, 1 Woche alt. Quellen Deutsche, Österreichische und Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG, OEGGG, SGGG): S2k-Leitlinie Geburtseinleitung (AWMF 015-088, Version 1.1, 2021), abgerufen am 30.09.2026. Luzerner Kantonsspital, Frauenklinik: Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft; Kurz vor der Geburt; Schwangerschaftskalender: 40. Schwangerschaftswoche, abgerufen am 30.09. und 06.10.2026. Kantonsspital Frauenfeld, Spital Thurgau: Wegleitung für Schwangere (PDF, Juli 2024), abgerufen am 24.09.2026. Voigt M. et al.: Analyse des Neugeborenenkollektivs der Bundesrepublik Deutschland, Geburtsh Frauenheilk 2006; 66: 956–970 (PDF), abgerufen am 30.09.2026. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft (DGHWi): S3-Leitlinie Vaginale Geburt am Termin (AWMF 015-083, 2020), abgerufen am 30.09.2026.