Zum Inhalt
Schwangerschaft > Schwangerschaftskalender

30. Schwangerschaftswoche: Das Baby drückt auf die Organe – so schläfst du jetzt gut und sicher

In der 30. SSW wird es eng in deinem Bauch. Dein Baby legt kräftig an Gewicht zu, die Gebärmutter drückt auf Blase, Magen und Zwerchfell, und eine bequeme Lage für die Nacht zu finden, wird schwieriger. Hier erfährst du, wie sich dein Kind jetzt entwickelt, wie es im Bauch liegt und warum du jetzt am besten auf der Seite einschläfst.

Schlafen in der Schwangerschaft: 30. SSW
Der grosse Bauch macht es schwieriger, eine bequeme Schlafposition zu finden. Bild: damircudic, Getty Images

30. Schwangerschaftswoche

Dein Baby wiegt zu Beginn dieser Woche im Mittel rund 1,35 Kilogramm. Bis zum errechneten Termin sind es noch zehn bis elf Wochen. Viele Babys liegen jetzt schon mit dem Kopf nach unten, andere drehen sich erst später. Schlaf spätestens jetzt auf der Seite ein, links oder rechts.

So entwickelt sich dein Baby in der 30. SSW

Ärztinnen und Hebammen zählen die Schwangerschaft in vollendeten Wochen und schreiben das so: 29+0 heisst 29 Wochen und 0 Tage. Die 30. SSW reicht damit von 29+0 bis 29+6. Mit 29 vollendeten Wochen wiegt ein Baby im Mittel rund 1.350 Gramm, die meisten liegen zwischen gut 1.050 und knapp 1.700 Gramm. Eine Woche später sind es im Mittel schon gut 1.500 Gramm.[1] Diese Werte sind aus Ultraschallmessungen geschätzt, nicht gewogen. Die Körperlänge misst der Ultraschall nicht direkt. Längenangaben für diese Woche sind deshalb nur grobe Schätzungen, und wir verzichten hier auf eine Zahl.

Unter der Haut lagert dein Baby jetzt mehr und mehr Fett ein. Die Haut wird dadurch glatter und praller. Ganz rund wird es aber erst in den letzten Wochen vor der Geburt. Dann verliert sich meist auch das feine Flaumhaar, die Lanugobehaarung, das den Körper noch bedeckt. Kopfhaare, Wimpern und Augenbrauen wachsen weiter.

Erwartest du einen Jungen, sind seine Hoden jetzt auf dem Weg durch den Leistenkanal in den Hodensack. Bei den meisten Jungen kommen sie dort bis zur Geburt an. Ob beide Hoden richtig liegen, prüft die Ärztin bei der ersten Untersuchung deines Neugeborenen.

Auch das Gehirn verändert sich sichtbar. Seine Oberfläche faltet sich jetzt schnell zu den typischen Windungen, und die Nervenzellen, die längst an ihrem Platz sind, vernetzen sich immer dichter. Die Lunge reift ebenfalls weiter, ist aber noch nicht fertig.

Was dein Baby jetzt hört und tut

Dein Baby hört schon einiges von der Welt ausserhalb deines Bauchs, vor allem tiefe Töne. Mit 27 vollendeten Wochen reagieren fast alle Ungeborenen auf tiefe Töne, aber noch keines auf hohe. Auf höhere Töne reagieren erst mit 33 Wochen alle, auf sehr hohe erst mit 35 Wochen.[2] Hohe Töne kommen also erst in den nächsten Wochen nach und nach bei deinem Baby an. Mit ihm zu reden und ihm vorzusingen, darfst du trotzdem jederzeit.

Spürst du ab und zu ein gleichmässiges, rhythmisches Zucken im Bauch, das einige Minuten anhält, hat dein Baby wahrscheinlich Schluckauf. Das ist ein ganz normales Bewegungsmuster und kein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Ungeborene haben schon lange vor der 30. Woche Schluckauf. Warum, weiss man nicht genau.

Frühgeburt in der 30. SSW: Wie gut stehen die Chancen?

Käme dein Baby jetzt zur Welt, wäre es ein sehr früh geborenes Kind und müsste einige Wochen auf der Neonatologie bleiben. Seine Aussichten sind aber gut. Von den Babys, die in der Schweiz in den Jahren 2017 bis 2021 mit 29 vollendeten Wochen lebend zur Welt kamen, überlebten rund 98 von 100. Rund 86 von 100 überstanden die Zeit im Spital ohne schwere Komplikation an Lunge, Gehirn, Darm oder Augen. Mit jeder weiteren Woche im Bauch steigt dieser Anteil weiter.[3]

Ungeborenes Baby in der 30. SSW in Fötusstellung mit angezogenen Armen und Beinen
Dein Baby hält Arme und Beine meist angezogen: die typische Fötusstellung. Bild: iStock, Thinkstock

Wie dein Baby jetzt im Bauch liegt

Der Platz wird knapper, und grosse Purzelbäume werden seltener. Drehen kann sich dein Baby aber noch. Meist verschränkt es die Arme vor der Brust, zieht die Knie an und legt das Kinn auf die Brust. Diese eingerollte Haltung heisst Fötusstellung. Weil seine Muskeln kräftiger werden, spürst du die Tritte jetzt oft deutlicher, manchmal auch schmerzhaft unter den Rippen.

Viele Babys liegen in der 30. SSW schon mit dem Kopf nach unten, in der sogenannten Schädellage. Liegt deines noch mit dem Po oder den Füssen voran, spricht man von einer Beckenendlage oder Steisslage. Das ist in diesen Wochen häufig und kein Grund zur Sorge, denn die meisten Kinder drehen sich bis zur Geburt noch von selbst. Liegt es bei den Kontrollen im letzten Monat noch immer mit dem Po voran, besprichst du mit deiner Ärztin oder Hebamme, ob man versucht, es von aussen zu wenden, und wie die Geburt ablaufen soll. Diese äussere Wendung findet einige Wochen vor dem Termin statt. Was du selbst tun kannst, liest du im Artikel über die Beckenendlage.

Kindsbewegungen: Weniger Platz heisst nicht weniger Bewegung

Die Bewegungen deines Babys fühlen sich jetzt anders an: weniger Drehungen, dafür mehr Stösse und Tritte. Seltener werden sie aber nicht. Du solltest dein Kind bis zur Geburt und auch während der Wehen spüren. Eine bestimmte Zahl von Bewegungen, die als normal gilt, gibt es nicht. Wichtig ist, dass du das Muster deines Babys kennst. Bewegt es sich weniger als sonst oder anders als gewohnt, meldest du dich sofort bei deiner Hebamme, deiner Ärztin oder in der Geburtsabteilung deines Spitals und wartest nicht bis zum nächsten Termin.[4] Mehr dazu findest du im Artikel über die Kindsbewegungen.

Dein Körper in der 30. SSW

Deine Gebärmutter reicht jetzt weit über den Nabel hinauf und schiebt Magen und Zwerchfell nach oben. Viele Frauen kommen deshalb beim Treppensteigen schneller ausser Atem. Das ist in der Schwangerschaft häufig und meist harmlos. Kommt die Atemnot aber plötzlich, hast du sie auch in Ruhe oder zusammen mit Herzrasen, lässt du dich sofort untersuchen. Ausgenommen ist nur Atemnot, die allein in Rückenlage auftritt und rasch vergeht, sobald du dich auf die Seite drehst. Brustschmerzen oder ein einseitig geschwollenes, schmerzendes Bein sind in jedem Fall ein Grund, dich sofort untersuchen zu lassen.

Auch Sodbrennen plagt jetzt viele Schwangere. Die Schwangerschaftshormone lockern den Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre, und die Gebärmutter drückt von unten auf den Magen. Hilfreich sind mehrere kleine Mahlzeiten statt weniger grosser, dazu wenig Fettiges, Süsses und Koffein. Nach dem Essen legst du dich besser nicht gleich hin.[5]

Bei jeder Kontrolle misst deine Ärztin oder Hebamme deinen Blutdruck und prüft deinen Urin. So fällt eine Präeklampsie früh auf, eine Form von Bluthochdruck in der Schwangerschaft, die früher Schwangerschaftsvergiftung hiess. Schwellen deine Hände, Füsse oder dein Gesicht stark an, oder hast du Kopfschmerzen, Augenflimmern oder Schmerzen im Oberbauch, meldest du dich umgehend.[5]

Schlafposition in der Schwangerschaft: Schlaf auf der Seite ein

Auf dem Rücken zu liegen, wird jetzt unbequem. Das Gewicht von Gebärmutter und Kind drückt auf die grosse Hohlvene, die das Blut aus dem Unterkörper zum Herzen zurückführt. Manchen Frauen wird dann schwindlig oder übel, das Herz rast oder sie bekommen schlecht Luft. Dieses Vena-cava-Syndrom verschwindet meist rasch, sobald du dich auf die Seite drehst. Gehen die Beschwerden auch in Seitenlage nicht rasch vorbei, lässt du dich sofort untersuchen.

Es gibt noch einen wichtigeren Grund für die Seitenlage. Studien deuten darauf hin, dass Frauen, die ab 28 vollendeten Wochen auf dem Rücken einschlafen, häufiger eine Totgeburt erleiden. Vermutlich hängt das mit der Durchblutung und der Sauerstoffversorgung des Babys zusammen. Am sichersten schläfst du deshalb auf der Seite ein, und zwar links oder rechts, beides ist gleich gut. Wachst du nachts auf dem Rücken auf, musst du dir keine Sorgen machen. Dreh dich einfach wieder auf die Seite, bevor du weiterschläfst.[4]

Bequemer wird die Seitenlage mit Kissen: eines zwischen den Knien, eines unter dem Bauch und eines im Rücken, damit du nicht auf den Rücken rollst. Ein langes Stillkissen kann das alles auf einmal übernehmen. Plagt dich Sodbrennen, hilft es, den Oberkörper etwas höher zu lagern. Weitere Tipps findest du im Artikel über die richtige Schlafposition in der Schwangerschaft.

Musst du nachts oft aufs WC, trink tagsüber genug und in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen etwas weniger. Beugst du dich auf der Toilette leicht nach vorn, leert sich die Blase gründlicher. Weckt dich dein Baby mit seinen Tritten, steh kurz auf oder dreh dich auf die andere Seite. Und kannst du lange nicht einschlafen, hilft ein fester Abendablauf, etwa das Handy früh wegzulegen und vor dem Lichterlöschen ein paar ruhige Atemzüge zu machen. Was du nachts an Schlaf verpasst, darfst du tagsüber mit einem kurzen Mittagsschlaf nachholen.

Urin verloren oder Fruchtwasser?

Die Gebärmutter drückt auch auf Blase und Beckenboden. Du musst häufiger aufs WC, und beim Lachen, Husten oder Niesen gehen vielleicht ein paar Tropfen Urin ab. Das kommt in der Schwangerschaft sehr häufig vor. Slipeinlagen helfen dir durch diese Zeit. Wie du deinen Beckenboden stärkst, zeigt dir deine Hebamme oder Physiotherapeutin, und in vielen Geburtsvorbereitungskursen gehören die Übungen dazu.

Nicht immer ist es aber Urin. Auch Fruchtwasser kann abgehen, wenn die Fruchtblase einen Riss hat. Es ist meist klar, riecht nicht nach Urin und läuft oft immer wieder nach, manchmal nur in kleinen Mengen und auch ohne dass du hustest oder niest. Sicher unterscheiden lässt es sich zu Hause aber nicht immer. Geht Flüssigkeit aus der Scheide ab, die du nicht eindeutig als Urin erkennst, meldest du dich deshalb sofort bei deiner Ärztin oder, wenn sie nicht erreichbar ist, in der Geburtsabteilung deines Spitals.[5] Dort lässt sich rasch klären, ob es ein Blasensprung ist.

Placenta praevia: Wo liegt deine Plazenta?

Beim Ultraschall zwischen der 20. und 23. Woche wird auch die Lage der Plazenta beurteilt. Bedeckt sie dabei den inneren Muttermund, spricht man von einer Placenta praevia. Das ist noch kein endgültiger Befund, denn mit dem Wachsen der Gebärmutter rückt die Plazenta meist nach oben: Im letzten Drittel der Schwangerschaft sind nur noch 10 bis 20 von 100 dieser Befunde nachweisbar. Deshalb wird die Lage zwischen 26 und 30 vollendeten Wochen nochmals kontrolliert, mit einem Ultraschall durch die Scheide.[6] Hat man dir damals gesagt, deine Plazenta bedecke den Muttermund, steht diese Kontrolle also jetzt an. Lag deine Plazenta nur tief, ohne den Muttermund zu bedecken, besprichst du mit deiner Ärztin, ob und wann sie die Lage nochmals ansieht. Unabhängig davon wird um die 30. SSW oft ein weiterer Ultraschall empfohlen, der Wachstum, Plazenta und Fruchtwassermenge nochmals ansieht. Die Kosten dafür übernimmt nicht jede Krankenkasse.[5]

Bleibt es bei einer Placenta praevia, versperrt die Plazenta dem Baby den Weg, und es kommt in der Regel per Kaiserschnitt zur Welt. Blutest du aus der Scheide, auch wenn es nicht wehtut, lässt du dich immer sofort untersuchen.[5] Mehr zu Ursachen und Verlauf erfährst du im Artikel über die Placenta praevia.

Quellen

  1. Kiserud T. et al.: The World Health Organization Fetal Growth Charts: A Multinational Longitudinal Study of Ultrasound Biometric Measurements and Estimated Fetal Weight, PLOS Medicine 2017 (Tabelle 11; international), abgerufen am 30.09.2026.
  2. Hepper P. G., Shahidullah B. S.: Development of fetal hearing, Archives of Disease in Childhood – Fetal and Neonatal Edition 1994 (Studie aus Grossbritannien), abgerufen am 30.09.2026.
  3. Mons A. et al.: Mortality and morbidity in very preterm infants in Switzerland spanning 16 years (2006–2021), BMJ Paediatrics Open 2026 (Tabelle 2, Daten des Swiss Neonatal Network), abgerufen am 30.09.2026.
  4. National Health Service NHS: Preventing stillbirth (Grossbritannien), abgerufen am 30.09.2026.
  5. Kantonsspital Frauenfeld, Spital Thurgau: Wegleitung für Schwangere (PDF, Juni 2024), abgerufen am 30.09.2026.
  6. Schweizerische Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin SGUM: Empfehlungen zur Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft (PDF, 4. Auflage 2019), abgerufen am 30.09.2026.

0 Kommentare

?

Meistgelesene Artikel

Anmelden oder Registrieren

Melde dich kostenlos an und diskutiere mit anderen Eltern und speichere deine Artikel.
Anmelden Registrieren

Speichere deine Artikel

Logge dich ein oder erstelle einen Account und du kannst deine Artikel für später speichern.
Anmelden Registrieren